Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 35. Band.1917
Seite: 254
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HANS THOMA EXLIBRIS (LITHOGRAPHIE)

HANS THOMA ^ EXLIBRIS (LITHOGR.)

in reichem Wechsel
und in immer
zutreffender Technik
vorhanden. Das
pantheistische Bekenntnis
zur Schönheit
der Erde in allen
ihren charakteristischen
Erscheinungsformen
, von
der Pflanzenstaude
an bis zur Hochalpenwelt
, verrät, daß
Thoma mit mehrals
nur dem „guten
Augenpaar" sieht,
wie er auch in seinen
figuralen Werken
mehr gibt, als
das zeitliche Erlebnis
. Denn Antikisches
, Mittelalterliches
und Heutiges,
Dämonisches,Spukhaftes
und Phantastisches
entquillt
mit gleich lebendigem
Strom seinem
Innern. Und über
alles breitet er den
Frieden und die
Stille einer mit sich
undder Weltin Har-

HANS THOMA

AUF DER WEIDE (RADIERUNG. 1904)

monie befindlichen
Seele. Das ist vielleicht
das Weihevollste
in der Kunst
Thomas, daß sie in
allem Wirrnis und
Kampf des Lebens
zeigt, daß nie ein
Bruch mit der Natur
stattgefunden hat,
daß Sinnliches und
Geistiges, Empfindung
und Schaubar-
keit, Anregung und
fertiges Werk aus
der Tiefe einer fein
ausgeglichenen, ungebrochenen
, gesunden
, natürlich
und menschlich rein
und ganzempfindenden
Seele stammen,
daß sie nicht nur eine
Verklärung, sondern
eine wahrhafte
künstlerische Ausprägung
seinerWelt-
auffassung sind.

Dasistnebendem
sinnlich Reizenden
das Erhebende
und Heiligende der
Kunst Thomas.

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