Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 35. Band.1917
Seite: 375
(PDF, 137 MB)
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KÄTHE KOLLWITZ

VIER MÄNNER IN DER KNEIPE (ZEICHNUNG)

Musik. Die musikalischen Hochschulen sind
durch das innerste Wesen der Musik selbst
vor einer Vernebelung der Ausbildung bewahrt:
ihre Ausübung bleibt eisern verwachsen mit
gewissen körperlich-technischen Notwendigkeiten
. Die musikalische Hochschule stellt
zudem ihren Zögling auf die breite, wenn
auch mehr oder minder rosige Ernährungsgrundlage
des ausführenden Musikers und Lehrers
, gibt aber andererseits den zum Höheren
Berufenen die Möglichkeiten, sich zu versuchen
. Berufsüberfüllung kann freilich auch sie
mit Zeiten bedauern, aber nicht beseitigen. Wie
können wir, soll man fragen, für die bildende
Kunst ein Unterrichtsprogramm schaffen, welches
diese gleiche Verbindung von technischer
Ausbildung, hohen Kunstmöglichkeiten und

wirtschaftlichen Aussichten gibt? Ich glaube
wiederum, daß die Kunstgewerbeschule mit
angegliedertem Meisteratelier der musikalischen
Hochschule ähnlicher sehen würde wie
die Akademie. Das einzelne des Schulplanes
mögen die weiteren praktischen Reformversuche
in Vorschlag bringen. Mit dem Ausdruck „Uni-
formierung" braucht man deshalb noch nicht
zu schrecken. Ergänzt man die Akademien
nach unten hin, — und man ist ja schon dabei
— dann wird auch der Akademiker es nicht als
Degradation zu empfinden brauchen, wenn er
auf dem dekorativen Gebiete sein Brot sucht.
Ergänzt man die Gewerbeschulen nach oben
hiri — und auch schon dabei ist man begriffen
— so gibt man den Begabten jeden Weg
frei. Eines gehört sicher dazu, daß der Staat

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