Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 35. Band.1917
Seite: 441
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PAUL WEBER

OBERHESSISCHE KINDERGRUPPE (1868)

Großh. Landesmuseum, Darmstadt

PAUL WEBER

Von Adolf Beyer

Im Alter von nahezu 94 Jahren starb im
letzten Herbst in München ein deutscher
Maler, dessen ganz ungewöhnlich reiches Schaffen
eine weit größere Beachtung verdient, als
es seither gefunden. Paul Weber war gewiß
kein unbekannter Mann gewesen, sein
ungeheuer umfangreiches Werk, seine Beteiligung
an zahllosen Ausstellungen, seine freundschaftlichen
Beziehungen zu vielen unserer Besten
während mehr als zwei Menschenaltern hatten
seinen Namen bekannt gemacht. Daß eine
so stille, innige und gediegene Kunst, so wundervolle
poetische Schilderungen des deutschen
Waldes wie die Paul Webers indes nicht
in weit größerem Maße volkstümlich und verbreitet
, daß ihm in den langen Jahren seines
Schaffens in keinem Kunstblatt eine ausführliche
Würdigung zuteil wurde, daß überhaupt
so selten Werke von ihm in Kunst- und
Familienblättern vervielfältigt wurden, daß nur
wenige deutsche Galerien Werke von ihm besitzen
, ja daß man ihn auf der Jahrhundertausstellung
in Berlin 1906 ganz vergessen hatte,
ist schwer verständlich und teilweise nur damit
zu erklären, daß sehr viele seiner Hauptwerke
sofort nach dem Entstehen nach Arne-

Ein Teil der in unserem Aufsatz abgebildeten Gemälde befindet
sich zurzeit in der Ausstellung im Kgl. Glaspalast in
München.

rika gingen und daß er zahllose seiner besten
Schöpfungen, die vor der Natur gemalten,
ganz wundervollen Studien, nur selten aus der
Hand gab, — vor allem aber wohl durch seine
ganz ungewöhnliche Bescheidenheit. Derrastlos
tätige Mann fand alles Glück nur in seiner
Arbeit und war frei von jedem Strebertum.

Paul Weber war der Sohn eines Hofmusikers
in Darmstadt, er wurde dort — es liest
sich wie eine Kleinstadtgeschichte aus der Biedermeierzeit
— hoch oben auf dem Stadtkirchturm
1823 geboren. Es mußte zu dieser
Zeit stets ein Musiker auf dem Turme wohnen
und Webers Vater hatte dies Los getroffen.
Sehr früh erhielt der begabte Junge künstlerische
Eindrücke. Die damalige Residenz Darmstadt
war ja eine gar kleine stille Stadt, indes
hatte der Hof künstlerische Interessen, unterhielt
ein vortreffliches Theater, eine ganze Anzahl
tüchtiger Maler, Bildhauer und Kupferstecher
arbeiteten dort. Unter dem 1830 verstorbenen
kunstsinnigen Großherzog Ludwig I.
war die Gemäldegalerie geordnet, vermehrt und
zugänglich gemacht worden. Durch den künstlerischen
Verkehr des Vaters wurde Paul mit
dem tüchtigen Miniaturmaler F. J. Hill bekannt,
der die Kunstliebe des Knaben weckte und ihn
auf das Studium der Natur hinwies.

„Ungerne besuchte ich die Schule und wo

Die Kunst für Alle XXXII. 23/24. September 1917

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