Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 35. Band.1917
Seite: 459
(PDF, 137 MB)
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GERHARD JANSSEN

Große Berliner Kunstausstellung, Düsseldorf

BEI LEERER KANNE

auch sagte, der „Ostländer" zu beklagen, weil
sie den besten Platz wegnahmen und von dem
sehr feudalen Herrn von Schadow auch in
gesellschaftlicher Hinsicht bevorzugt wurden.
Um diese querelles allemandes ist eine ganze
Literatur angebaut worden. Und was für eine!
Daß aber auch der Humor zu seinem Rechte
kam, beweist ein reizendes Inserat, das im
Jahre 1836 im Düsseldorfer Fremdenblatt
erschien, des Inhalts, daß „wieder neue Berliner
Pinsel angekommen sind, Vertreiber genannt,
welche in allen Sorten vorrätig sind Burgplatz
283" (die Nummer des Akademiegebäudes
).

Man wird heute darüber lächeln dürfen
und darf es umso eher, als der schattenloseste
Burgfrieden über der Eröffnung der Ausstellung
lag. Es gab eine wahre Verbrüderung
der Düsseldorfer und der Berliner Künstler,
zu denen auch die Vertreter der beiden Seces-
sionen gehörten, und der alte „Malkasten",
der so viel Kunst- und Künstlergeschichte erlebt
hat, gab mit seinen verräucherten Kneipräumen
, den frühlingsgrünen Rasenflächen
und besonnten Terrassen den Hintergrund ab.

Einer der Führer der Berliner Künstler,
Arthur Kampf, der mit fünf Gemälden, besonders
vorteilhaft mit dem Soldatenbildnis

des „Verdunkämpfers" vertreten ist, ist eigentlich
immer ein „Düsseldorfer" geblieben. Die
Peter Janssen-Schule setzte er mit mehr Folgerichtigkeit
fort, als irgend einer der eigentlichen
Düsseldorfer. (Auch Deusser war
Meisterschüler Janssens.) Hans Herrmann
und Friedrich Kallmorgen erinnern in den
frühesten der zahlreich von ihnen eingesandten
Werke an die gediegene Schulung, die sie
bei dem jüngst verstorbenen Eugen Dücker
durchgemacht haben. Pfannschmidts „Pietä"
verleugnet nicht Eduard von Gebhardts Vorbild.
Otto Heichert und OlofJernberg setzen
in Königsberg die Düsseldorfer Ueberliefe-
rung fort.

Ludwig Dettmann, Hans Looschen, der
Kupferstecher Hans Meyer, L. Sandrock, M.
Schlichting (Abb. S. 470), Schulte im Hofe,
Hugo Vogel und viele andere Künstler, denen
man sonst am Lehrter Bahnhofe zu begegnen
gewohnt ist, haben nach Düsseldorf mehr oder
minder sorgfältig ausgewählte Werke geschickt.
Looschen füllt sogar als einziger unter ihnen
zwei stattliche Säle mit seinen virtuos, oft
etwas allzu witzig gemalten Oelbildern. Eine
jüngere Generation der Berliner Künstler wird
durch die Namen Ffanz Eichhorst, Erich
Feyerabend, Leopold H. Jülich und Paul

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