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Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 37. Band.1918
Seite: 48
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RENE SINTENIS

ZWEI ZIEGEN (BRONZE)

Ausstellung der Freien Secession, Berlin

ERGEBNIS DER UMFRAGE BETREFFEND DIE VORBILDUNG

UNSERER KÜNSTLER

Im Laufe des selben Jahres, das seit dem
Erscheinen meiner Zusammenstellung über
diese Umfrage vergangen ist *), sind mir verschiedene
Besprechungen in der Presse**)
wie auch Briefe zugekommen, die eine Förderung
und Klärung dieser wichtigen, wenn
auch schwierigen Frage herbeiführen und daher
eine weitere Bekanntmachung verdienen.

Allgemein haben die Aussprüche der folgenden
Künstler Beifall gefunden: Trübner
über die Notwendigkeit, die besten Künstler
für den Unterricht zu gewinnen; Liebermann
über die grundlegende Bedeutung des Zeichnens;
Thoma über die Raumanschauung als gemeinsamen
Unterbau allen Kunstunterrichts. Vor
allem hat sich die Einmütigkeit über die von
Bode angeregte Frage nach einem Zusammenschluß
der vorbereitenden Unterrichtsstufen
sowohl für die freien Künstler wie für die

*) Die Zukunft der Vorbildung unserer Künstler. Leipzig,
E. A. Seemann, 1917.

**) Fritz Stahl im Berl. Tageblatt, c. 4. April. — Karl Rött-
ger im Roten Tag, c. 11. April. — Bruno Paul und Hermann
Muthesius im Wieland, April. — Konrad Lange in der Kunstchronik
, 4. Mai. — Paul Schubring in der Hilfe, 24. Mai. —
Richard Riemerschmid im ersten Heft der Flugschriften des
Münchner Bundes, Juni. — Eduard Cornelius (Deckname) in
der Kunstdidaktik von W. O. Dreßler, Juli. — Josef Poppelreuter
in der Kunst für Alle, Juli. — Karl Scheffler in Kunst
und Künstler, September. — Lothar von Kunowski im Düsseldorfer
Generalanzeiger, 2. September.

Kunstgewerbler nur noch verstärkt, wodurch
die ganze Erörterung schon ein wesentliches
Ergebnis zutagegefördert hat. Dagegen hat
sich zugleich der Einspruch gegen den Vorschlag
, der künstlerischen Vorbildung allgemein
und ausnahmslos eine kunstgewerbliche
Durchbildung vorausgehen zu lassen, um den
freien Künstlerberuf auf eine sichere Erwerbsgrundlage
zu stellen, wesentlich verstärkt,
indem mit beachtlichen Gründen die Verschiedenheit
beider Betätigungsarten gestützt
wird.

So sehr dies in bezug auf die natürliche
Begabung und auf die spätere Ausübung des
Berufs richtig zu sein scheint, dürfte doch zu
beachten sein, daß diejenigen, welche eine
kunstgewerbliche Schulung als Grundlage
allen künstlerischen Unterrichts fordern, die
Frage nach einer Sicherung des Erwerbs mehr
als eine äußerliche fassen, dagegen auf Grund
einer veränderten, vertieften und zugleich erhöhten
Anschauung vom Wesen des künstlerischen
Schaffens überhaupt, das sie nicht bloß
in der Aneignung bestimmter Kunstfertigkeiten
oder der Ausbildung besonderer persönlicher
Anlagen, sondern in der Entwicklung gewisser
allgemeiner Fähigkeiten erblicken, eine

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