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Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 37. Band.1918
Seite: 55
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ULRICH HÜBNER

\Aasstellang der Freien Secession, Berlin

AM KANAL IN POTSDAM

führt werden können, dienen am besten dazu,
aus den wenigen Lehrjahren einen Schatz von
Erfahrung herauszuholen, groß genug um wenigstens
einen selbständigen Anfang damit wagen
zu dürfen. Und soweit sollte jeder gebracht
werden, wenn er die Schule verläßt." Damit
werden die Grundlagen aller Kunst gewonnen
, da „im Grunde dasselbe Verteilen,
Abwägen, Spielen, Steigern, Zwingen, Auftürmen
zu allen Zeiten die großen Künstler
vor ihren großen Werken beglückt und um
ihren Schlaf gebracht hat".

Als ein wesentliches Mittel zum erfolgreichen
Studium der Natur nennt er weiter das
Einschalten des Gedächtnisses zwischen dem
Eindrucke und seiner Wiedergabe, damit das
Charakteristische des Vorbildes und die Eigenart
des Künstlers zum Ausdruck komme.
Ohne diese Grundlage seiner Einbildungskraft
werde der Schüler nie jene Unabhängigkeit erreichen
, die Voraussetzung ist, um mit Formen
und Farben frei schalten zu können. „Das

Können, das dem Menschen erreichbar ist,
und das armselig genug bleibt, es muß dienen,
darf nicht herrschen im Reiche der Kunst."
Frühere Zeiten haben diese köstliche Naivität
besessen; die nötige Kindlichkeit ist heute
so gut vorhanden wie je: aber „dies wertvolle
Gut ist systematisch verschüttet worden und
war schließlich verloren geglaubt".

Endlich kommt er noch auf einen Punkt
zu sprechen, der auch in mehreren der angeführten
Besprechungen berührt wird: wie
Schubring für eine vertiefte allgemeine Bildung
eintritt, damit die Künstler den Maßstab
für das Große gewinnen, so möchte Riemer-
schmid durch Vorführung schöner Musik und
bedeutender Dramen „eine Gesinnung großgezogen
wissen, die am Scheidewege niemals
zögert, die gute Wahl zu treffen. Und diese
Gesinnung ist doch vielleicht das Beste, was
die Schule erreichen kann, und deshalb auch
das, was sie mit dem eifrigsten Bemühen erstreben
muß."

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