http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_37_1918/0079
CESAR KLEIN
Aasstellung der Freien Secession, Berlin
ABENDMAHL
UBER KUNSTAUKTIONEN IM KRIEGE
Die Entwicklung der Preise auf dem Kunstmarkt
hat sich während des Krieges recht
überraschend gestaltet, so zwar, daß sich allgemeine
Kreise dafür interessieren, die sich
sonst um Kunst nicht zu kümmern pflegen.
Unsere Tages- und auch unsere politischen
Zeitungen, welch letztere in diesen Fragen
doch gar nicht zuständig sind, beschäftigen
sich eingehend und häufig mit dem, was nach
ihnen dem sogenannten gesunden Menschenverstand
als ausgemachter Unsinn erscheinen
muß. Dabei kehrt eine gewisse Klage immer
wieder, daß nämlich auf den Kunstversteigerungen
die Preise auf eine unreelle Weise in
die Höhe getrieben werden. Zugleich mit dieser
Klage wird die Behauptung erhoben, daß
der Auktionsleiter die Preise mache, natürlich
in einem Sinne, der seinen eigenen Geschäftsinteressen
entspricht. Nun ist es keine Frage,
daß das Temperament und die Routine des
Auktionsleiters für die Preisbildung von großem
Belang sein können und auch oft sind. Aber
Die Kunst für Alle XXXIII. 3/4. November 1917
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