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PHILIPP FRANCK
ERNTE IM TAUNUS
zwischen den oft wild sich bekämpfenden
Parteien erscheint.
Von dem Gesamtschaffen Francks läßt sich
deswegen nur schwer ein Bild geben, weil der
größte Teil seiner Werke in alle Winde zerstreut
ist; mehrere hundert Gemälde sind in
Privatbesitz und niemals der Oeffentlichkeit
zugängig gewesen.
Die Vielseitigkeit zeugt von seiner Gründlichkeit
, da er sich auf jedem Gebiet zu erproben
sucht und keine Anregung ungenutzt
läßt. Jedes Motiv erscheint ihm beachtenswert,
jede Ausdrucksmöglichkeit erstrebenswert.
So wendet er sich auch den graphischen
Künsten zu; er beginnt mit der Radierung,
zunächst zaghaft und mit gar zu weitgehender
Gewissenhaftigkeit Strich an Strich reihend,
überhäuft die Darstellung bisweilen in etwas
zu lebhafter Gesprächigkeit und findet auch
hier erst mit der fortschreitenden Umbildung
seiner malerischen Auffassung eine gehaltene
Ruhe und stilistische Gebundenheit. In den
Blättern der letzten Jahre, großen zyklischen
Folgen, die in Mappen zusammengeschlossen
jeweils ein besonderes Landschaftsthema behandeln
, offenbart sich wohl am stärksten sein
scharf wägendes Auge und rhythmisches Bewußtsein
. Einer leichten Uebertreibung in
den Kontrasten von Hell und Dunkel, Fläche
und Tiefe, Binnenmodellierung und Kontur,
Die Kunst für Alle XXXIII.
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