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Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 37. Band.1918
Seite: 110
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PHILIPP FRANCK

FROHLING IM TAUNUS

vermag er nicht immer zu entgehen, was auch
seinen kompositioneilen Gemälden stets eine
seine Handschrift sofort erkennen lassende
Note verleiht. Er liebt das starke Unterstreichen
, die kernige Sprache, die sich in scharfer,
unzweideutiger Akzentuierung ausdrückt.

Francks Figurenbilder, die, häufig dem Vorbilde
Liebermanns folgend, eine bunte Reihe
ländlicher Szenen und von hellem Sonnenlichte
durchtränkte Genredarstellungen zum Thema
haben, zeigen doch immer ein inniges Vertrautsein
mit der Natur, der er stets unmittelbar
gegenübertritt und die daher ihre volle Frische
wirken lassen; denn sie entstammen der stark
empfindenden, freudigaufnehmenden und sicher
wägenden Natur einer von ihrer Mission ganz
erfüllten und rüstig schaffenden Individualität.

Mit besonderer Genugtuung jedoch begrüßen
wir die reiche Fülle der neueren Werke, die
Franck auf einer Höhe zeigt, die als der Zenith

seiner in stetem Aufstieg begriffenen Kunst
zu gelten hat.

Nach langen Wanderungen durch die Mark,
den Spreewald und die Havelgegend, denen
wir manch farbenfrohes Bild und manche graphische
Arbeit verdanken, ist der Künstler
wieder zu der Heimatscholle zurückgekehrt.
Der Taunus, dieses fruchtbare Hügelland, da
sanft ansteigende Berge, fette Wiesen, grüne
Halden und dichte Laubwälder miteinander
wechseln und ein friedlicher Hauch die kleinen
Ortschaften einer der glücklichsten Gegenden
des deutschen Landes umgibt, hat seinen Sohn
wieder ganz in seinen Bann gezogen und ihm
die Begeisterung zu einem Schöpfungseifer
gegeben, der in jedem neuen Werke die tief
wurzelnde Liebe zur Heimat erkennen läßt.

Inmitten des Krieges erhebt sich seine Kunst
zum Künder stolzen Vaterlandsbewußtseins. Er
zeigt uns die Natur in friedlichem Gewände, in

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