http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_37_1918/0143
PAUL SCHEURICH
Berliner Secession
APOLLO UND DAPHNE
DIE HERBSTAUSSTELLUNG DER BERLINER SECESSION
Die Berliner Secession hat keinen leichten
Stand: abgesehen von der allgemeinen
Zeitströmung, die der alten Kunst augenscheinlich
mehr Interesse zuzubilligen scheint
als der modernen — was wohl hauptsächlich
mit wirtschaftlichen Erwägungen zusammenhängt
—, hat sie in diesem Jahr mehr noch als
früher den Wettbewerb mit der „Tochteran-
stalt", der Freien Secession, zu bestehen, die
eben erst mit einem Programm der gründlichsten
Erneuerung aufgetreten ist und einer
Reihe von Jungen und Jüngsten ihre Pforten
weit aufgemacht hat. Soll dieser Vorgang
nicht in ein Steigern ins Uferlose, in ein
Ueberbieten an Modernität ausarten, so bleibt
nur der eine Weg offen, der Weg des guten
Mittels (früher nannte man das juste milieu),
den dieser Verein tatsächlich einhält. Die
Gründung einer Gesellschaft auf der breiten
Basis von Kunstfreunden begünstigt diese
Entwicklung und man wird vielleicht finden,
daß solch ein Fußfassen in weitesten Kreisen,
Die Kunst für Alle XXXIII. 7fi. Januar 1918
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