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Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 37. Band.1918
Seite: 114
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ernst b1schoff-culm f

Berliner Secession

holzsammlerinnen am meer

von Vorträgen und Kunstabenden wirksam
unterstützt, nicht nur erfolgreicher, sondern
zweckmäßiger zu werden verspricht, als jegliche
Belebungsversuche durch Zusammenkoppelung
noch so auseinanderstrebender Elemente
.

Freilich ist auch hier Raum für die wider-
strebendsten Richtungen, aber das Bezeichnende
ist eben, daß man die wenigen (viel
zu wenigen!) Wände nicht zum Tummelplatz
für Experimente hergibt, sondern im großen
ganzen leitende Gedanken walten läßt. Man
verschließt sich hier keinesfalls originellen
Ideen, aber in der Hauptsache — und dies
ist entscheidend — will man doch zunächst
die Eroberungen der letzten Jahrzehnte festhalten
und ausbauen. Man will mit dem Errungenen
haushalten. Das ist freilich kein Merkmal
eines überschäumenden Lebensgefühls,
aber es ist ein Programm, mit dem man sich
wohl einverstanden erklären kann. Wir werden
hier schwerlich Genies entdecken, aber
auch ganz wenig Leute, die sich wie Genies
gebärden, ohne es zu sein. Diese Künstler

sind offenbar der Meinung daß die letzten
Jahre zu viel Material angehäuft haben, als
daß man nicht verpflichtet wäre, endlich damit
zu wirtschaften. Es ist dann letzten Endes
ein Popularisieren und Ins-Volk-Tragen
der modernen Kunst; ein Boshafter könnte
es vielleicht als Verwässern und Verdünnen
bezeichnen.

Es würde schwer fallen, Gruppen nach dem
Schema Bildnis, Landschaft usw. herauszugreifen
: die meisten versuchen sich gleichzeitig
auf mehreren Gebieten, und so sind
denn Porträts hier oft so in die Natur gestellt
, daß sie damit verschmelzen und nicht
selten schon in die Sphäre der Phantastik
oder der Historie hineinragen. Das typische
Beispiel dafür waren s. Z. die vier Wandbilder
von Jaeckel (Abb. Jahrg. 1916/17, S. 153 u. f.);
jetzt könnte man dazu das Bildnis seiner
Frau, gemalt von Waske, rechnen, der den
schönen Ehrgeiz hat, Landschaften durchaus
auf einen Klang zu stimmen, ohne im geringsten
ins Dekorative zu verfallen, sondern auf
dem Wege des größten Nuancenreichtums (Abb.

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