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Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 37. Band.1918
Seite: 117
(PDF, 124 MB)
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erich waske

Berliner Secession

landschaft

duftigen Wiedergabe der schönen Haut einer
„ Dame im Reitkleid" (Abb. S. 122); dagegen will
Linde-Walther nur einen hellen Klang aus
seinem Damenbildnis herauskriegen, oder Opp-
ler aus seinem Porträt von Bissing die
dunklen Töne, ohne Preisgabe der Verantwortung
gegenüber dem Modell. Was aber
in dieser Sphäre noch zu entschuldigen, ja,
sogar zu billigen ist, wird in der Landschaftschilderung
oft unerträglich, wenn es nicht
von der kosmischen Liebe zur gewachsenen
Kreatur, wie bei Thoma, getragen wird. Dagegen
wird man immer wieder mit Freude die
Landschaften von Jaeckel (Abb. S. 115) begrüßen
, auch, wenn man in ihnen nur die
Abwandlungen (oder erste Studien) zu seinen
bekannten Bildern findet, und sich über ihre
Anspruchslosigkeit in bezug auf Farbe durchaus
klar ist. Aber auch Büttners Naturschilderungen
kann man gelten lassen, die
eigentlich ein Aufleben der Miniaturmalerei
bedeuten, selbst wenn sie dem malerischen
Durcheinander der Sonnenflecke am „Affenplatz
im Zoo" (Abb. S. 120) beizukommen versuchen
. Der Eingangsraum ist dem gefallenen
Mitglied der Secession, Bischoff-
Culm, gewidmet, dessen tüchtige Art in der
Schilderung des tüchtigen Menschenschlages
an der Ostseeküste das beste Feld der Betätigung
gefunden hat (Abb. S. 114).

Die Plastik ist diesmal recht spärlich vertreten
. Von Metzner, der bei weitem der
führende Mann der Secession ist, ist der
Torso „Empfängnis" (Abb. S. 119) von einer
wundervoll zarten und doch bewußt organisierten
Modellierung. Einige Bildnisbüsten,
darunter die Moellers von Carl Hauptmann
(Abb. S. 118) und Peterichs von Ricarda Huch
zeugen von guter Disziplin. Eine reizende Neuheit
sind aber die zierlich stilisierten Grüpp-
chen von Scheurich, den man bis jetzt hauptsächlich
als Illustrator kannte; sein „Apollo
und Daphne" und noch mehr der „Mohr mit
dem Mädchen" (Abb. S. 113 u. 124) stellen
einen glücklichen Auflebungsversuch der Rokokoskulptur
dar. Ignaz Beth

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