http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_37_1918/0216
Eine ähnliche Wirkung strebt Junghanns in
seinem „Buchenwald" an, wo Kühe und der
sie führende Knabe fast ein Ornament bilden.
Das Gegenständliche betonen mehrere Bilder,
wie „Die Segelfiicker" von Antoine, Hegenbarths
„Pferde in der Sandgrube", oder Fehrs
„Klosterstall". Dagegen versuchte der jung
verstorbene Schad-Rossa in seinen „Weiblichen
Akten" und noch mehr in dem „Tanzboden
", den Rhythmus der bewegten Gestalt
durch Farbe und Linienschwung herauszuholen
. Dasselbe Bestreben, mit einem Einschlag
ins psychologisch Grübelnde, stellt die
übergroße Radierung von Fingesten „Erde"
dar. Schließlich seien noch die Stilleben erwähnt
, worunter das von Albrecht mehr das
Gegenständlich Nuancierte gibt und jenes von
Blanke ganz auf den einschmeichelnden Wohlklang
der satten Farben gestimmt ist (Abb.
S. 179). Unter den Skulpturen zeichnet den
Ursuskopf von Lesnick gespannte Kraft und
stumpfes Brüten aus (Abb. S. 180).
Zum Schluß sei noch eine Bemerkung erlaubt
. Die „Große Berliner" wird auf die Dauer
sich rühriger nach jüngeren Kräften umsehen
müssen, wenn sie die großen Worte, mit denen
man sie zu eröffnen pflegt, in die Tat umsetzen
will und nicht allmählich zu dem werden will,
was in dieser Kriegszeit immer mehr blüht:
zu einer reinen „Verkaufsausstellung". Ihre
finanziellen Erfolge müßten ihr eher eine Warnung
als ein Ansporn sein. Ignaz Beth
180
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