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Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 37. Band.1918
Seite: 300
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EDUARD VON ENGERTH

Staatsgalerie, Wien

KÖRNERS WEINBERG BEI LOSCHWITZ

selbst orientiert und eine qualitative Steigerung
beobachtet. Man steht fast immer in
einem geschlossenen Ganzen, ist völlig darin,
ohne Behelligung von Seiten eines Andersgearteten
: das Märchen von der schönen Melusine
wird erzählt, — die Welt von nebenan,
die heftigen Franzosen unter Führung Davids
mit seinem Napoleonbilde, ist versunken. Die
größte Gewandtheit des Arrangements scheint
mir nicht das am Ziele eines langen Durchblicks
auf blaue Spannung gehängte Gemälde
Feuerbachs „Orpheus und Eurydike" zu verraten
, sondern ein verwinkeltes Eckzimmer
mit zwiespältiger Beleuchtung, in dem Hans
Canon — vielleicht zum ersten Male — zu
voller, überraschender Geltung kommt. Die
angemessene Vorführung von Kunstwerken
ist bei uns in den letzten Jahren gute Wege
gegangen. Es wäre unbillig, den Anteil der
lebendigen Künstlerschaft zu bestreiten. Nach
der Secession haben die im Geiste Josef
Hoffmanns gehaltenen Ausstellungen, namentlich
jene des Kunstgewerbes, das Beste gewirkt
. Dann haben sich Männer der Kunstwissenschaft
, die über persönlichen Geschmack

und den dazu gehörigen Mut verfügten, angeschlossen
. Gustav Glück, der Direktor unserer
Hofgalerie, dem wir die festliche Darbietung
bisher schief gesehener oder schlummernder
Schätze verdanken, hat in Haberditzl
einen Nachfolger gefunden.

Der neue Mann war seinem Vorgänger im
Amte, Friedrich Dörnhöffer, durch jahrelange
Arbeit verbunden. Er ist ihm zuerst in der
Leitung des Kupferstichkabinettes, jetzt in der
Galerie gefolgt. Und er hält sich an sein
Programm. Seit die frühere Moderne Galerie
im Jahre 1912 den Namen der Oesterreichischen
Staatsgalerie angenommen hatte, erwuchs
ihr zu der alten Pflicht, eine Uebersicht der
modernen Kunstentwicklung durch ihre hervorragendsten
Erscheinungen zu bieten, die
neue, das österreichische Wesen an den bedeutenden
Aeußerungen seines künstlerischen
Geistes aller Zeiten nachzuweisen. Dementsprechend
sind auch jetzt einige bisher nicht
vertretene Künstler des Auslandes zum ersten
Male, andere von Rang mit neuen, zeugniskräftigen
Werken aufgenommen worden, aber
das hauptsächlichste Augenmerk war auf die

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