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Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 37. Band.1918
Seite: 414
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_37_1918/0468
fertigen läßt, einem jungen Maler den besten
Saal der Ausstellung einzuräumen (nur Feuerstein
und Pfannschmidt sprechen dort noch
mit), ob namentlich Gruber selbst ein Gefallen
damit getan war, das muß sehr dahingestellt
bleiben. Bei Klaus Bergen, für den gleichfalls
ein Sonderraum zur Verfügung gestellt
wurde, läßt sich als Grund der Kollektivausstellung
von etlichen fünfzig Oelbildern und
Aquarellen das gegenständliche Interesse, das
seine Arbeiten auszulösen vermögen, geltend
machen. Bergen schildert in immer neuen
Wendungen das Leben der Unterseebootleute;
als Marinemaler von starker Anschauung und
nicht geringer Darstellungskraft „liegt" ihm
das Thema ungemein, aber er vermag gleichwohl
nicht, es ins rein Malerische hineinzu-
heben; seine Arbeiten bleiben mit wenigen
Ausnahmen illustrativ. Besonders ist die Anhäufung
der Bilder gleichen Motivs in gleicher
Farbgebung dem Gesamteindruck schädlich,
das ewige Blitzblau geht einem gehörig auf
Augen und Nerven.

Harmonischer fügt sich der Nachlaß des unglücklichen
, früh vollendeten Christian Wild
in den Rahmen der Ausstellung, besonders

der Künstlergenossenschaft. Warum hat man
den Künstler nicht bei Lebzeiten „entdeckt"?
Warum wird erst jetzt, nach seinem tragischen
Ende, seine Leistung erkannt, warum jetzt
erst ihm die Ehre zuteil, die ihm genützt
hätte, als er, noch nicht vom Schicksal gebrochen
, seine verheißungsvollen, in ihrem
inneren Stil großen und bedeutungsvollen
Arbeiten schuf? Wild war Nürnberger, dann
in Freiburg und München hauptsächlich als
Glasmaler tätig; er ist wenig über 40 Jahre
alt geworden. Der Renaissancegeist der Reichsstadt
und die Tradition des Waltens ihrer
großen Meister haben es ihm zweifellos angetan
und diese Neigung zum Stilismus wurde
durch seine Tätigkeit auf dem Gebiet der
Glasmalerei mit ihren formstrengen, konturigen
Arbeiten noch gesteigert. Indessen gibt
es neben vollkommen gelungenen Leistungen
in dieser Richtung wie dem keusch-herben
Bild „Junges Mädchen" und dem einen der
Selbstbildnisse, auch Arbeiten von erstaunlicher
Auflockerung und von graziös-prickelndem
Vortrag, wie etwa seine bizarre „Salome".

Wenn man sich den Nachlaßkollektionen
von Toby E. Rosenthal und Franz Simm

•otto dill

tiger

Aasstellung 1918 der Münchner Künstlergenossenschaft

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