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Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 37. Band.1918
Seite: 430
(PDF, 124 MB)
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bernhard buttersack

Ausstellung 1918 der Münchner Secession

gröbenbach im mai

und Schräder-Velgen, der in den letzten
Jahren wie aus der Erstarrung zu neuem
Leben erwachte, setzt seinen Siegeslauf mit
einigen Bildern von innerer Leuchtkraft und
strahlender Schönheit fort (Abb. S. 428). Karl
Reiser hat sich wenigstens bei einigen Arbeiten
von seinen alten Werdenfelser Motiven loszumachen
gewußt: er hat sich in die Turmstube
der Münchener Technischen Hochschule gesetzt
und von dieser Warte aus Bilder aus
dem Häusergewirr der Stadt herausgeschnitten,
die, atmosphärisch so völlig anders bedingt
als die föhnigen Gebirgslandschaften, die er
sonst malt, den Künstler zu neuen Erkenntnissen
und Ausformungen führten.

Bei den Plastikern der Secession regt sich,
im Gegensatz zu der ganz eingefrorenen Plastik
der Genossenschaft, frisches Leben.
Namentlich unter den Plaketten- und Medaillenkünstlern
begegnet man neuen, verheißungsvollen
Leuten. Hermann Geibel, ein junger
Künstler von gotischer Rasse, erfuhr hier
schon einmal eingehendere Würdigung : man
freut sich, ihn auf guten Wegen weiterschreiten
zu sehen. Eine Lutherbüste, die Hans Schwe-

gerle in Eisen gießen ließ, ist von mitreißender
Wucht (Abb. S.436). Klar und durchsichtig
ist der überlebensgroße Kopf einer
modernen Bavaria von Adolf von Hildebrand
(Abb. S. 437), locker und prickelnd das
pikant und schmissig aufgebaute Frauenporträt
Jäckles (Abb. S. 435), von herber Anmut ein
kleines Figurenpaar von Hermann Hahn (Abb.
S. 421), der dagegen bei seinem Relief für ein
Kriegergrab eine weniger glückliche Hand hatte.

Auch bei der Secession gibt es Kollektivausstellungen
. Die eine gilt Fritz Erler,
der mit der einhämmernden Wucht, deren er
fähig ist, erfüllt von dem heißen Atem
des eigenen Erlebnisses, Kriegsbilder zeigt,
die jenseits der Wirklichkeitsabschrift stehen,
bei denen das Tatsächliche schon „verdaut"
und in die Sphäre des Allegorischen hineingehoben
ist (Abb. S. 422). Die beiden anderen
Sammelausstellungen sind friedfertigerer
Art. Aus Toni von Stadlers Nachlaß (Abb.
S. 431) und aus dem Besitzstand des kürzlich
sechzig Jahre alt gewordenen Bernhard
Buttersack (Abb. S. 430) ist je ein Saal
mit Landschaften gefüllt worden. Es gehört

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