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g. beda)
erinnerung an seehausen
{Ausstellung 1918 der Münchnersecession
zu den schönsten Genüssen, die die Ausstellung
zu vermitteln vermag, sich in diesen
Sälen umzutun und sich von dem brünstigen,
innigen Naturgefühl der beiden führenden
Landschafter der Gruppe umschlingen zu
lassen. Sie miteinander zu vergleichen, geht
nicht an. Wenn man sagt, Stadler sei kühler,
zackiger, ferner, duftiger gewesen, Buttersacks
Teil dagegen sei Wärme, Tonigkeit, Rundung,
Fülle, Gegenständlichkeit, so können sich für
den, der die Werke beider Künstler nicht
kennt, damit eher falsche, als aufschließende
Vorstellungen verknüpfen. Doch treffen sich
beide Künstler in einem: am schönsten sind
ihre früheren Werke, als sie noch, ferne dem
Pleinairismus, ganz sich selbst gaben.
III. DIE NEUE SECESSION
(EINE GLOSSE)
Das Besondere dieser Gruppe macht die
Kühnheit und Steilheit der Arbeiten der einzelnen
Mitglieder aus, nicht irgendwelches
Programm. Die Neue Secession hat kein Programm
. Wer ihre Ausstellung expressionistisch
nennen wollte, schösse am Ziel vorbei. Sie
trug sich einst mit dem Plan einer Vorkämpferschaft
dieser Richtung, heute ist nur noch
ein Kreis innerhalb des Kreises dieser Richtung
ergeben. Klee, Kanoldt, Scharff,
Coester, bis zu einem gewissen Grade auch
Seewald, der sich allmählich zu finden scheint,
sind die eigentlichen Träger der problematischen
Idee. Genin und Pellegrini blieben
auf halbem Wege abwartend stehen. Scharff
hat diesmal seine Prinzipien in unerbitt-
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