http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_38_1918/0021
arch. lossow & kühne-dresden
gibt davon einen annähernden Begriff. Wie
in den besten Vorbildern italienischer Gartenarchitektur
, nur echt deutsch und heimatlich
empfunden, ist die Schönheit des Geländes
erkannt und gesteigert. Zwei gewaltige Eichbäume
stehen auf halber Bergeshöhe. Sie
umschloß der Gartenarchitekt mit liebevoller
Sorgfalt. Das Haus, der Garten, die Terrassen
sind nach diesen beiden Baumriesen komponiert
. Die Stellung dieser beiden Eichen, auf
welche die auf Seite 6 abgebildete Freitreppe
führt, war auch maßgebend für die Verlegung
des Schwerpunktes der Anlage gerade zwischen
diesen beiden, sozusagen „architektur-
gebenden" Bäumen. Vom Elbstrom aufblik-
kend, sieht man Haus Roßkothen in der Höhe
eingefaßt von diesen beiden mächtigen Baumkronen
, wie einen vornehmen Landsitz aus
alter Zeit, der alle Bequemlichkeiten und Vorteile
der heutigen Wohnungskunst besitzt.
Durch den Eingang an der Rückfront, der
Vorfahrtsseite, treten wir in die Diele, den
Mittelpunkt der ganzen Anlage mit Kamin,
behaglichem Eckplatz, schlichten holzverkleideten
, hellgraubraunen Wänden und weißem
Putz (Abb. S. 8). Der Hauptschmuck ist der
haus roszkothen: pförtnerhaus und autohalle
Porphyrkamin mit interessanter Stuckhaube
(Abb. S. 14). Die dekorativ am schönsten ausgestatteten
Räume sind der sich anschließende
Empfangssalon und das Speisezimmer.
An den Empfangsraum schließt sich rechts
die langgezogene Pflanzenhalle an, durch die,
ebenso wie durch die auf der anderen Seite
befindliche Loggia, in der Außenarchitektur
eine möglichst große Längenentwicklung des
Gebäudes erstrebt werden sollte, die im Hinblick
auf die Albrechtsschlösser, die für die
Bauten auf den Loschwitzer Höhen einen gewissen
Maßstab für die Gebäude geben, in dieser
Richtung notwendig war. An das Eßzimmer
stößt links die halbgeschlossene Loggia. Im
ersten Geschoß befindet sich hier ein großer
Balkon, der neben dem Frühstückszimmer liegt,
mit herrlichem Ausblick über das Stadtbild von
Dresden. Von überall hat man aus den Fenstern
, von den Terrassen und den gärtnerischen
Anlagen das prächtigste landschaftliche Bild.
Von den Nebengebäuden gibt die Abbildung
auf Seite 7 eine Anschauung. Pförtnerhaus und
Autohalle sind, wie die Anlage zeigt, in geschickter
Weise aus den Geländeverhältnissen heraus
entwickelt. f. Kummer
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