Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 38. Band.1918
Seite: 58
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ARCH. KARL JOH. MOSSNER-BERLIN B TREPPE IN DER HALLE DES LANDHAUSES Dr. SCH. IN WANNSEE (vgl. S. 60)

herrlich, noch größenwahnsinnig. Er hatte
gar nichts vom Theoretiker, wälzte kein gedrucktes
Buch heran, um einem etwas nicht
Einleuchtendes aufzuzwingen, und mutete einem
nicht zu, eine sonderbare Eigenheit hinzunehmen
, weil sie nun einmal künstlerisch zu seiner
Eigenart gehörte. Er war alles, was man heute
an Wohnkultur haben muß, war sachlich, war
zweckmäßig, war komfortabel, war modern, war
qualitätsvoll und war vor allem doch so taktvoll
in jeglicher Form, daß man sich an all dem
nicht zu stoßen brauchte, daß um einen herum
die Anmut des Selbstverständlichen lag.

Räume, wie Mossner sie in einem Landhaus
am Wannsee herrichtete, verlangen nicht nach
Interpretation. Man spürt, daß ein erlesener Geschmack
am Werke war, der keines großen Aufwandes
oder lauter Mittel bedarf. Es ist Ruhe

in den Dingen, gewählte und gereifte Form, eine
gewisse Großheit und weltmännische Selbstverständlichkeit
, und dabei fehlt doch auch wieder
nicht der Sinn für das Spielerische, für sinnlich
schmeichelnde Zutat. Eine Gelegenheit
wird benutzt: eine Heizkörperverkleidung unter
einem Fenster; da läßt man einen Handwerker,
der mit der Laubsäge noch umzugehen weiß,
ein Stückchen Ornament aussägen, das wie
eine ungarische Volkskunststickerei in den
Raum hineinklingt. Eine Fläche über der
Türe läßt man zart, weiß in weiß in den Stuck
hineinschneiden; auf große, ruhige, schweigsame
Wandungen spannt man einen Stoff, der
aus der besten Weberei geholt ist und durch
seine launige Erfindung Heiterkeit in die gemessene
Würde eines Raumes hineinlächelt.
Das Faszinierende und wohl auch im Sinne

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