Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 38. Band.1918
Seite: 73
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PETER BEHRENS

PLAKAT DER WERKBUNDAUSSTELLUNG
IN BERN □

DIE AUSSTELLUNG DES DEUTSCHEN WERKBUNDES 1917

IN BERN

Und die Stadt macht Schönheit
zur Gesellin ihres Namens und
macht sich den Einwohnern nützlich
durch ihre Gaben und den
ewigen Ruhm ihres Wachstums.

Leonardo

In unseren modernen Städten
ist keine Architektur mehr möglich
, ja, nicht einmal der Wunsch
nach ihr bei ihren Einwohnern.

Ruskin

In diesem Augenblick ist der Mensch das
Wichtigste. Aber es war immer das Wunderbare
an ihm, daß er das Leben, sobald er
sich in ihm behauptet hatte, geformt, nicht
ungeformt haben wollte. Für uns, die wir
heute um das Leben selbst kämpfen müssen,
scheint beinahe unvorstellbar geworden zu
sein, daß noch einmal der Augenblick kommen
könnte, in dem das Werk des Menschen
wieder das Wichtigste ist. Und doch wird
gerade dieser Weltkrieg schließlich Kräfte von

Völkern frei machen, die bis dahin gebunden
waren, um sie nunmehr in Unangefochtenheit
schaffen zu lassen. Auch wir werden die
Arbeit wieder dort aufnehmen, wo wir sie
abbrachen.

Dem menschlichen Kampfe ging lange ein
geistiger voraus. Der Westen wollte nicht,
daß eine europäische Kultur sich durchsetzte
, die deutsch war. Man hatte in Italien
und Frankreich diese Kultur anerkannt, solange
sie unsichtbar blieb: Gedanke, Wort,
Ton. Man bestritt dieselbe Kultur, sobald
sie sichtbar wurde, sobald sie Form wurde
und, was in diesem Kampfe den Engländer
anging, ein Weltwirtschaftsgut. Alle Kunst
wirkt politisch. Der schaffende Künstler steht
jenseits vom Politischen und er wird seiner
Schöpfung, die ganz Selbstzweck ist, immer

Dekorative Kunst. XXI. 3. Dezember 1917

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