Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 38. Band.1918
Seite: 199
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WEIMAR

SCHLOSZ BELVEDERE

Schweden? Wir: 2 462 201; sie; 8 828 345".
Es beläuft sich also die deutsche Ausfuhr:

Nach Nordamerika etwa auf das 3 fache der
französischen Ausfuhr,

Nach Südafrika etwa auf das 4,5 fache der
französischen Ausfuhr,

Nach Japan etwa auf das 14 fache der französischen
Ausfuhr,

Nach England etwa auf das 1,5 fache der
französischen Ausfuhr,

Nach Italien etwa auf das 2,2 fache der französischen
Ausfuhr,

Nach Rumänien etwa auf das 8 fache der
französischen Ausfuhr,

Nach Rußland etwa auf das 8 fache der
französischen Ausfuhr,

Nach Schweden etwa auf das 4 fache der
französischen Ausfuhr.

Es läßt sich verstehen, daß diese Zahlen auf
Frankreichs Eigenliebe niederschmetternd wirken
und das Streben nach Niederkämpfung eines
so furchtbaren Gegners wachrufen müssen.

Alles wohl erwogen, ist in dieser ganzen
Sache die Lage Frankreichs keineswegs frei
von einem demütigenden Einschlag. Frankreich
hat bekanntlich den Anlauf mitgemacht, der
in den 90er Jahren bei uns zur rasch verrauschten
Episode des Jugendstiles führte. Sobald
aber das Problem vom Ornamentalen ins
Struktive hinüberglitt, verlor sich jenseits der
Vogesen alles Interesse an der Bewegung. Die
Künstler begriffen die Logik nicht, die uns in
die Reaktion des Puristentums führte; die
Gegenwirkung des Faubourg St. Antoine gewann
Oberwasser; der Staat verharrte in einer unbegreiflichen
Gleichgültigkeit. Nun liegt die Sache
so, daß Frankreich vor das unausweichliche
Muß gestellt ist, den Weg nachzuholen, den wir
mittlerweile zurückgelegt haben. Es wird unsere
Organisation und unsere künstlerische Entwicklung
in großen Teilen buchstäblich nachahmen
müssen, um endlich auf dauerhaften Grundlagen
in eigener Weise weiterbauen zu können.
Erst dann, wenn Frankreich in aufmerksamer,
hingebender Schülerschaft diese letzten 15Jahre
wird nachgeholt haben, erst dann kann vielleicht
der Tag kommen, an dem es uns wieder als
gefährlicher Nebenbuhler wird entgegentreten
können. Der Grund für diesen Zwang? Er liegt
darin, daß Deutschlands Führerschaft in dieser
Entwicklung nicht zufällig, sondern rassenmäßig
begründet und notwendig ist. Nur im deutschen
Wesen lagen die Eigenschaften, deren diese
Zeit und diese Entwicklung bedurfte. Nicht
etwa, weil diese Leistung zufällig von uns
vollbracht wurde, sondern weil sie nur von uns

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