Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 38. Band.1918
Seite: 211
(PDF, 105 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_38_1918/0255
FERDINAND SPIEGEL

DEKORATIVE MALEREI

sondern als Symbole, die weniger Begriffe
umschreiben als Stimmungen auslösen wollen.
Kompositionen sind die Bilder so angelegt,
daß jeweils eine Gestalt in einen Rahmen
gefaßt ist und zwar, um die Köpfe nicht allzu
klein erscheinen zu lassen, entweder als Halbfigur
oder kniend, wobei gerade die letztere
Art dem Künstler die Möglichkeit feiner Anordnungen
und lebendigster Wirkungen im
Spiel der Linien und der Flächenaufteilung
gab.

Die farbige Ausgestaltung der Bilder, die
natürlich das entscheidende Moment der ganzen
Arbeit ist, geschah in der Weise, daß
vor den gleichmäßig neutralen, tiefdunklen
Hintergrund die Erscheinung der Gestalten
und ihrer Attribute leuchtend und farbig hingesetzt
ist, ohne daß eine undisziplinierte, das
gesellige Treiben des Raumes überschreiende
Buntheit Platz griffe. Rot und Gelb, die Farben
der Freude, sprechen am lautesten in dem
koloristischen Ensemble. Sie gehen durch alle
Bilder hindurch, allerdings in wechselnder
Tiefe und mit unterschiedlichen Kontrast- und
Komplementärfarben, indessen ist durch ihre
Wiederkehr das zyklische Moment, das allerdings
auch in dem Rhythmus der Linien betont
ist, besonders stark herausgearbeitet.
Spiegel gelang dies: jedes der Bilder führt
sein Eigenleben, aber dieses Eigenleben fügt
sich aufs glücklichste in ein großes Ganzes
ein, und so erscheint die Gesamtheit der
Bilder wie eine vielköpfige, aber märchenhaft
ideal harmonisierende Familie. w.

211

28*


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_38_1918/0255