Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 38. Band.1918
Seite: 262
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hundert die Bildung des Federkleides, also
eine vorwiegend malerische Erscheinung, das
Eigene. Das Wesenhafte geht in der dekorativen
Ausdeutung auf; dem Goldschmied oder
Bildhauer verschlägt es nichts, den Adler genau
nach denselben Gesetzen
zu stilisieren
wie den Singvogel,
denn für ihn bedeutet
der Stil alles.
Man denke etwa an
die prächtigen Tierstiche
Ridingers.
Lediglich in der Porzellanplastik
des
frühen 1 S.Jahrhunderts
ist etwas anderes
zu beobachten
. In Meißen wurden
damals auch
Vogelgruppen modelliert
, bei denen
das scharfe Erfassen
flüchtigster Eigenarten
und ein
relativ flächenhaf-
tes Bilden absolut
modern anmuten.
Aber dieser zeiteigentümliche
Zug
erklärt sich aus dem
heftigen Antagonismus
der frühen
deutschen Porzellankunst
gegenüber
ostasiatischen Vorbildern
. Wir von
heute wissen wohl th. kärner

am besten, wieviel die impressionistische Auffassung
in Ostasien zu lernen hatte. Das Zurückfallen
der Tierplastik beim Porzellan in
den Zeitstil, wie es um Mitte des 18. Jahrhunderts
in Meißen sich vollzieht und ganz

ausgesprochen bei
den Frankenthaler
Singvogelgruppen
oder den Nymphen-
burger Tierhatzen
Auliczecks sich
zeigt, bestätigt den
wirklichen Gang
der künstlerischen
Entwicklung.

Das realistische
Sehen erwacht mit
dem Absterben der

Rokokotradition.
Bekanntlich unter
dem überstarken
Einfluß wissenschaftlicher
Bestrebungen
. Am frühesten
in den kunstgewerblichen
Gebieten
. Man müßte
einmal die Kleinplastik
des Stils von
1820—1840, von
der uns zumeist
nur der Feineisenguß
geläufig ist, die
Medaille und Plakette
, und vor allem
das stilgeschichtlich
wichtige und
taube in seinen Formen

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