Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 38. Band.1918
Seite: 277
(PDF, 105 MB)
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ARCH. LOSSOW & KÜHNE-DRESDEN

HAUS COHEN-NEUBABELSBERG: EINGANG

KUNSTGEWERBE?

Als vor fünf Jahrzehnten anläßlich einer
L Weltausstellung das böse Wort „billig
und schlecht" für deutsche Waren fiel, nahm
sich das deutsche Gewerbe dieses Urteil zu
Herzen und trachtete sich zu bessern. Ein
Bündnis mit Kunst oder Wissenschaft, je nach
Art des Gewerbes, wurde angestrebt. Das
Bündnis mit der Wissenschaft trug reiche
Früchte. Die Qualität deutscher technischer
Industrien marschiert heute vielfach an der
Spitze des Weltmarktes, die technischen Hochschulen
liefern immer neuen und tüchtigen
brauchbaren Nachwuchs zur Vertiefung und
Erweiterung gemachter Erfahrungen.

Das Bündnis des deutschen Gewerbes mit
der Kunst verlief nicht so glatt und erfolgreich.
Kunst sollte ins Gewerbe gebracht werden,
in die Industrie und in das Handwerk. Die
Kunstgewerbe-Vereine entstanden und hatten
eine einflußreiche Tätigkeit vor sich, der Industrie
und dem Handwerk wurde die äußere
Schönheit alten Gewerbefleißes vermittelt.

Beide reagierten verschieden darauf. Die
Industrie entwand sich bald wieder den Einflüssen
der künstlerischen Kräfte, der Industrielle
und Kaufmann entschied selbst, welche
Art von Kunst ihm dienlich und gewinnbringend
sei und so entstand eine „Kunstindustrie",
welche bald wieder „billig und schlecht" war.

Vor dem wissenschaftlichen Rat hatte der
Industrielle als Laie Respekt und damit dauernden
Erfolg. Den künstlerischen Rat glaubte
er bald entbehren zu können und wirtschaftete
mit seinem eigenen Kunstverständnis, womit
er viel Geld verdiente und die gediegeneren
Erzeugnisse gesinnungslos vom Weltmarkt verdrängte
. Erst im letzten Jahrzehnt hat der
deutsche Werkbund mit Erfolg versucht, diese
Scharte auszuwetzen, die „Kunst" aus der
Industrie heraus- und den „Wertbegriff" hineinzupumpen
.

Wie entwickelte sich das Handwerk im
Bunde mit der Kunst, das Kunsthandwerk?
Ohne Zweifel erstanden in den achtziger

Dekorative Kunst. XXI. 10. Juli 1918

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