Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 38. Band.1918
Seite: 347
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PROF. PAUL SCHULTZE-NAUMBURG

SCHLOSZ CECILIENHOF: BIBLIOTHEK DES KRONPRINZEN

WIRTSCHAFTSHEIMSTATTEN UND DAS LANDWIRTSCHAFTLICHE

SIEDLUNGSWESEN

Das Zeitalter der Industriezentralisierung
und Mietskaserne scheint nach den herrschenden
Bewegungen von einem idealeren
Lebensziel verdrängt zu werden.

Die großgewerblichen Betriebe suchen neuerdings
wieder Anschluß an die Natur, an die
Lagerstätten ihrer Rohmaterialien, ziehen demzufolge
auf das flache Land, die nach gleichem
Ziele strebenden Menschen mit sich reißend.
Des Städters Sehnsucht nach einer Wohnung
in Gottes freier Natur ist aber kein schwächliches
Sehnen nach den Schäferspielen des
17. Jahrhunderts, sondern die Liebe zum Landleben
ist ein Schöpfen neuer Kraft aus dem
kernigen Mutterboden, eine Rückkehr zu dem
Heimatboden, aus dem er dereinst entsprossen
ist. Eine solche Dezentralisation wurde bekanntlich
schon in den Friedensjahren angestrebt
und der Kampf gegen die Zinskaserne
begonnen. Gesundheitliche und sittliche Schädigungen
der Bewohner dieser engen Räume
gaben die Veranlassung. Von den Insassen
wird die gegenwärtige Wohnweise am stärksten
verurteilt und als überholt bewiesen, durch
die für den Naturgenuß vor den Toren der
Städte angelegten und vermehrten Lauben-
siedelungen.

Das Bedürfnis an Licht und Luft ist einerseits
dieTriebfederder Auswanderungen,anderseits
konnte durch die Bewirtschaftung dieser
angelegten Gärten ein Ausgleich der hohen
Kosten für den Lebensunterhalt mit den an
pflanzlichen Nährstoffen Selbsterbautem herbeigeführt
werden. Man gründete weiter Gartenstädte
, erstrebte Wohn- und Selbstversorgungs-
gelegenheiten auf eigenem Grund und Boden.

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