http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_39_1919/0197
FRITZ HUF
OLAF GULBRANSSON
FRITZ HUF
Nach"Lehrlingsjahren in einer heimatlichen
Goldschmiedewerkstätte wandte sich Fritz
Huf, der Schweizer, nach Deutschland und begann
auf eigene Faust zu bildhauern. In den Erstlingsarbeiten
sprechen die Eindrücke, welche er
sich aus der Kunstauffassung geholt hatte, wie
sie durch das Genie Rodins ins Leben getreten
war. Die Leidenschaft will das Material
überwinden, die Silhouette flackert malerisch hin
und her, und die Binnenform ist von ruhelosem
Auf und Ab bewegt. Es konnte sich
Die Wiedergabe der Werke von Fritz Huf erfolgt mit freundlicher
Genehmigung des Kunstverlages Fritz Gurlitt in Berlin.
nicht um eine Stellungnahme zur Kunst Rodins
handeln. Die ersten künstlerischen Aufwallungen
waren es, die kecken Versuche skrupelloser
Jugend. Huf schüttelte bald das kaum Errungene
von sich ab. Seine Natur mag ihn
getrieben haben, er mag verspürt haben, daß
er der Zeit mit etwas anderem dienen mußte —■
entschlossen wandte er sich zum Einfachen.
Gemäß der Plötzlichkeit dieses Umschwunges
ist es nur begreiflich, wenn das Pendel nach
der Gegenseite ausschlug. Es kam jetzt alles
darauf an, den Umriß in knappe Formel zu
zwingen, die Modellierung in schlichten Flächen
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