Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 39. Band.1919
Seite: 438
(PDF, 134 MB)
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paul herrmann

ancien regime

NEUE KUNSTLITERATUR

Friedländer, Max J. Der Kunstkenner.
Preis gebunden M 4.—. Berlin, Bruno Cassirer.

Jede Schrift des Berliner Museumsdirektors
Friedländer verdient die größte Beachtung, denn
er ist einer unserer hervorragendsten Kenner und
besten Kunstschriftsteller. Friedländers wissenschaftliche
Früchte reifen nicht in umfangreichen
Werken, dickleibigen Biographien oder weitschweifigen
Auslassungen; es sind meist kurze
Aufsätze, deren eine Unmenge in den verschiedensten
Kunstzeitschriften erschienen sind, oder
Bücher, die sich aus einzelnen Kapiteln zusammensetzen
. Aber die Fülle der Erfahrung und tiefgründigen
Erkenntnis, die sich hier in kleinem
Räume zusammendrängt, ist so sehr verdichtete
Gedankenarbeit, daß wir stets die letzte Formulierung
vor uns zu haben glauben, der gegenüber
nichts mehr zu sagen übrig bleibt. Somit
bilden Friedländers Schriften, deren weite Ver-
streutheit wir bald gesammelt zu sehen wünschten,
die bedeutendsten Äußerungen der Kunstliteratur,
sei es nun, daß der Meister des scharf geformten
Ausdruckes das Wesen eines Künstlers oder einer

ganzen Kunstepoche schildert, ob er ein einzelnes
Kunstwerk analysiert oder ein allgemeines künstlerisches
Thema zu entwickeln sucht. Seine im
Jahre 1916 bei Julius Bard erschienenen Studien
zur Geschichte der niederländischen Malerei „Von
Eyck bis Brueghel" z. B. sind trotz der vielen
Werke über dieses Thema das beste, das bisher zur
Charakterisierung dieser Künstler gesagt worden
ist. Seine kurze Geschichte des Holzschnittes
(Handbücher der Berliner Museen) ist das Muster
einer historischen Zusammenfassung.

Im Verlage Bruno Cassirer ist nun ein kleines
Büchlein, betitelt „Der Kunstkenner", erschienen,
ein Bändchen von nur 41 Seiten, das wir als ein
Standardwork bezeichnen müssen. Denn diese oft
nur in aphoristischer Abbreviatur gefaßten Sätze
enthalten so viel tiefgründige, noch nie ausgesprochene
Wahrheit, daß man sie am liebsten als
Flugblatt jedem Gebildeten in die Hand drücken
möchte. Manche unfruchtbare, arrogante und einseitig
verblendete Rede würde hierdurch zum
Schweigen gebracht und viel Nutzen geschaffen
werden.

Dieses Werk dürfen wir als einen der köstlichsten
Gewinne der neuesten Kunstliteratur

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