Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 40. Band.1919
Seite: 97
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PROF. FRITZ SCHUMACHER-HAMBURG

beigetragen, daß er Vorzügliches leistete, denn
eine solche Lage erfordert volle Hingabe und
Anspannung aller Kräfte.

Die deutsche Bautechnik verdankt aber
Schumacher im Zusammenhange mit dessen
Hamburger Bautätigkeit noch eine andere
große Verbesserung. Wer früher bei uns
verfeinerten Ziegelbau anstrebte, war häufig
genötigt, sich aus Holland mit jenen Ziegeln
zu versehen, die in Farbe, Kleinheit und Korn
höheren Ansprüchen genügten. Die deutsche
Fabrikation stellte solche Ziegel nicht her, weil
sie nicht verlangt wurden. Schumacher hat die
deutsche Ziegelindustrie veranlaßt und bereit
gefunden, seinen Anregungen zu folgen, so daß
wir schon heute jede Art verfeinerten, in Ton
und Farbe abgestuften Ziegels erhalten können.
Namentlich sind es dunkle, bräunliche, violette,
halb- und ganz gesinterte Arten, die Schumacher
bevorzugt. Sie werden einheitlich, abgestuft
oder gemischt verwendet. Dadurch
kann der Fläche Leben verliehen, ein prickelnder
, schillernder Reiz erreicht, eine sinnfällige
Gliederung des Äußern geschaffen werden.
Gerade in dieser höchst sorgfältig bedachten
Flächenwirkung äußert sich die Meisterschaft
Schumachers, der hier Feinheiten höchster Art
erreicht hat. Er hat damit der Kunst des
Ziegelbaues eine neue Seite abgewonnen und
wahrhaft vorbildlich gewirkt.

Doch nicht auf diese, mehr in zweiter Linie

REALSCHULE FÜR ST. PAULI: OSTSEITE

stehende Bedeutung von Schumachers Bauten
soll hier das Gewicht gelegt werden, zumal
sie an dieser Stelle (Dekorative Kunst, Jahrgang
XX, S. 337) schon von berufener Feder
geschildert worden ist. Hier mögen einige
neuere öffentliche Gebäude Schumachers dazu
dienen, einen weiteren Leserkreis mit der Art
seines allgemeinen Schaffens und Gestaltens
bekannt zu machen. Auf dem Gebiete des
öffentlichen Bauwesens liegen auch seine bisherigen
überzeugendsten Leistungen. Es werden
hier fast durchweg Gebäude aus Schumachers
letzter Schaffenszeit vorgeführt, solche,
die kurz vor dem Kriege oder während des
Krieges gezeichnet oder gebaut sind. Einige
der Arbeiten sind noch Entwürfe. Es muß
betont werden, daß alle Abbildungen nach
Zeichnungen gefertigt sind, die zwar die künstlerischen
Absichten des Architekten verstärken,
aber doch den eigentümlichen Körper- und
Flächenreiz des Bauwerks selbst, der namentlich
durch den Schimmer des Ziegelwerks bedingt
ist, nicht zur Geltung bringen. Naturaufnahmen
und Einzelheiten der hier mitgeteilten
Bauwerke sind indessen dem oben erwähnten
Aufsatze über die Ziegeltechnik Schumachers
beigegeben. Sie sollten zum Vergleich
herangezogen werden.

Der Aufgabenkreis, den Schumacher als Baudirektor
des Hamburger Bauwesens vorfand,
war ein gewaltiger. Bebauungs- und Siedlungs-

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