Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 40. Band.1919
Seite: 113
(PDF, 113 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_40_1919/0139
PROF. JOSEPH WACKERLE - MÜNCHEN El FRIES DES FAMILIEN-GRABMALS LADEMANN IN BERLIN

Ausführung: Kirchheimer Muschelkalksteinwerke, G.m.b.H., Berlin

GRABDENKMÄLER VON PROFESSOR FRANZ SEECK

Aus einer größeren Zahl von Grabmälern nach
Entwürfen von Professor Franz Seeck in Berlin
, die in den letzten Jahren ausgeführt worden
sind, haben wir in den beifolgenden Abbildungen
einige der bemerkenswertesten ausgewählt. Es
sind wohlgelungene Lösungen der verschiedensten
Gattungen von Denkmälern, wie sie für unsere
Friedhöfe in Frage kommen: das an die
Kirchhofsmauer gelehnte Wandgrab; das Mausoleum
oder die Grabkapelle, vornehmlich als
Erbbegräbnis dienend; der Sarkophag auf einem
Postament; der Denkstein in der Form der antiken
Ära oder des Grabaltars; das umhegte, mit
einem flachliegenden Grabstein bedeckte Grab,
die gebräuchlichste Form; endlich eine Gedenksäule
. Sämtliche der ausgesuchten, zur Abbildung
gebrachten Arbeiten sind in Stein und
zwar meist in dem grauweißen Kirchheimer
Muschelkalkstein ausgeführt. Ausgezeichnet
sind sie, wie die architektonischen Schöpfungen
Seecks immer, durch strenge, der Würde des
Gegenstandes gemäße Linien, namentlich durch
ausdrucksvolle, nur auf das Notwendigste und
Knappste beschränkte Profilierungen an Basen
und Gesimsen. Sparsam verwendeter Reliefschmuck
, Pflanzenornament, Festons, Rosetten,
Akanthus und dergleichen, belebt die strengen
Flächen an einzelnen Stellen und bringt in den
Ernst und die Gemessenheit des Großen und
Ganzen auf feinempfundene Weise einen heiteren
Ton, wie ihn die ältere Kunst im Todesgedanken
leise anklingen läßt; ist doch auch
die frohe, zuversichtliche und lebensgewisse

Stimmung das Kennzeichen der griechischen
und römischen Grabskulptur, wodurch diese
einen so unvergänglichen Zauber und ihre vorbildliche
Stellung gewonnen hat. Der von
Wackerle gearbeitete Fries an dem Grabmal
Lademann auf dem Luisenstädtischen Friedhof
in Berlin — ein Frucht- und Ährenkorb, ein
Merkurstab, ein Segelschiff, Handwerksgerät,
Symbole tätigen Lebens in Blumen- und Efeukränzen
— zeichnet sich durch künstlerische
und inhaltliche Harmonie besonders aus. Trefflich
wirken auch die nach Modellen von Ho-
saeus gegossenen Bleireliefs figürlicher Art, die
vertieft in den Stein gelassen sind. Auf dem in
Basaltlava gehauenen Bildstock, der zum Gedächtnis
an einen gefallenen Krieger in einem heimischen
Park aufgestellt werden soll, ist ein betender
Krieger zu Pferd, auf dem Grabstein
Hugger in Posen eine Tafel mit drei schreitenden
Gestalten in Bleiguß eingesetzt. Die klaren
Antiquabuchstaben der Inschriften, häufig in
Bronze gegossen, fügen sich nicht minder gut
in die Flächen ein. Endlich verdienen die
schöngezeichneten Schmiedeeisengitter, meist
Arbeiten des Schlossermeisters Schramm, und
das Gußeisengitter um das Grabmal auf dem
Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin Erwähnung
. Das Grabmal der Familie Eugen
Gutmann mit dem Sarkophag in der Mitte und
je zwei Urnennischen auf den Seiten bietet eine
schöne Lösung für würdige Urnenbeisetzung. Es
liegt auf dem um die Feuerverbrennungsstätte
in der Gerichtsstraße im Norden Berlins gela-

"3


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_40_1919/0139