Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 40. Band.1919
Seite: 120
(PDF, 113 MB)
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ONYX-ZIERGLÄSER IN ROSA UND GOLDGELB VON
JEAN BECK, MÜNCHEN

KOLOMAN

Nach Klimt und Wagner, in denen sich unsere
moderne Malerei und Baukunst repräsentierte
, ist nun auch Koloman Moser,
einer der Wegbahner und Führer unseres modernen
Kunstgewerbes, ein Künstler von nicht
weniger internationaler Bedeutung, frühzeitig
dahingegangen. Er war am 30. März 1878 in
Wien geboren und besuchte hier nacheinander
die Kunstgewerbeschule und die Akademie. Im
Atelier J. M. Trenkwalds wurde er mit der
stilisierenden, linear beherrschten Richtung des
Geschichts- und Kirchenbildes, aber auch mit
der Ausschmückung von Büchern, insbesondere
von Meßbüchern, bekannt. Dies und die allseitige
Werkstättenerziehung an der Kunstgewerbeschule
boten die geeigneten Grundlagen
für die Entwicklung des Künstlers, die auf
langehin von dem Sinn für die Fläche — auch
in der kunsthandwerklichen Arbeit — und für
die feine, gliedernde oder bewegende Linie beherrscht
wurde. In jungen Jahren mit wenig
eigentümlichen Illustrationen in Zeitschriften
(„Wiener Mode") und Büchern („Jugendverschiedener
Tiefe der gleichen Farbe, teils
mit wechselnden Farben, ist das reizvollste
Farbenspiel hervorgezaubert, das sich indessen
seiner von geläutertem Geschmack gebotenen
Grenzen bewußt bleibt, nirgends in allzu lustige
Buntheit ausartet, sondern auf dem Charakter
edler Festlichkeit beharrt. Bei den Tafelgläsern
in Überfangtechnik spielt der Schliff die
entscheidende Rolle (Abb. S. 118/9) ; Beck lehnt
sich dabei anerkennenswerterweise an die Überlieferung
, ist aber dabei voll Erfindungsgabe,
so daß seine Ornamentik nirgends in die Nachahmung
vorhandener Muster und musealer Vorbilder
gerät, sondern bis in die Einzelheiten
original bleibt. Auf diese guten Eigenschaften
gestützt, haben Becks Gläser ihren erfolgreichen
Weg über den deutschen und außerdeutschen
Markt gemacht. W.

NACHTRAG

Die im Dezemberheft auf den Seiten 89/92
abgebildeten Elfenbein - Arbeiten von Alwin
Schreiber sind einer Ausstellung der Vereinigten
Werkstätten für Kunst im Handwerk A.-G.,
München, Odeonsplatz 1, entnommen. Elfenbein
ist während der Kriegsjahre bei uns selten
geworden, und was von diesen, sich durch
Form wie Verzierung in gleicher Weise auszeichnenden
Arbeiten des Künstlers zurzeit
zu haben ist, kann nur von den genannten
Werkstätten bezogen werden.

MOSER f

schätz", 1897) beschäftigt, entfaltet sich seit
dem folgenden Jahre in der neuen Zeitschrift
der Wiener Secession „Ver sacrum" zunächst
der Graphiker, dann im Vereine mit der „Wiener
Werkstätte" auch der Kunsthandwerker.
In beiden Richtungen ist er einer der wenigen
wirklichen Stilbegründer geworden. Später Professor
an der Kunsgewerbeschule und Mitarbeiter
der Staatsdruckerei bei Entwürfen für
Plakate, Banknoten und Briefmarken, hat
er mit seiner biegsamen Linienführung den
neueren Blattdekor ausschlaggebend befruchtet.
Dabei blieb er in steter Verbindung mit dem
monumentalen Flächenschmuck und mit gewissen
Fächern des Kunsthandwerkes, insbesondere
mit der Textilarbeit. Zuletzt hat er
sich mit einigen, meist landschaftlichen Öl-
studien in die Reihe der Ausdruckskünstler
gestellt. M. E.

Unsere Zeitschrift brachte einen ausführlichen
Aufsatz über das Schaffen des Künstlers im Juniheft
1904 und viele seiner kunstgewerblichen
Arbeiten verstreut in den späteren Jahrgängen.

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