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adolf von mayrhofer-münchen
silbernes halskettchen
SILBERSCHMIEDEKUNST
Die Zeiten, in denen die Silber- und Goldschmiede
ohne weiteres zu den Künstlern
des Landes zählten, sind längst dahin. Damals
als sie in ihren Werkstätten Prunkstücke an
Waffen und Tafelschmuck für Fürsten und
andere mächtige Herren zu
schaffen hatten und für ihre
Eheliebsten aus gleißendem
Metall und schimmernden
Steinen köstliches Geschmeide
zauberten, setzte auch der
zu Wohlstand gekommene
Bürger seinen Stolz darein,
wohlgeformtes und mit persönlichem
Geschmack verziertes
Edelgerät als kostbaren
Familienbesitz auf Kinder
und Enkel zu vererben.
Damals blühte die Silberschmiedekunst
, und was von
solchem Familiensilber später
in Museen und Sammlungen
geborgen wurde, zählt
heute zu deren wertvollstem
Besitz. Aber diese Kunst
mußte sterben, als die Anfertigung
von Schmuck und
Silberarbeiten mehr und mehr
zum Fabrikbetrieb wurde,
als Stanzen und Pressen die
Handarbeit verdrängten und SILB. Anhänger
Musterbücher die künstlerisch durchformten
Entwurfskizzen, als Tausende von Arbeitern
und Maschinen Tag für Tag mit solcher Massenherstellung
beschäftigt wurden und ihre Erzeugnisse
in alle Erdteile wanderten, um den
Allerweltsgeschmack zum
Kauf zu reizen.
Erst die Erkenntnis, welche
kulturellen Werte im
handwerklichen Schaffen ruhen
, weckte auch die Silberschmiedekunst
zu neuem Leben
, und sie tat noch mehr:
sie befreite uns von der historischen
Verirrung, die in
der Nachahmung des guten
Alten das Heil der Kunst
sah. Sie führte zu freiem
künstlerischem Schaffen, und
München darf sich rühmen,
durch die Tätigkeit einiger
hochbegabter Edelschmiede
dieses alte Handwerk wieder
auf eine gesunde Grundlage
gestellt zu haben, weil diese
Männer nicht in dem heftigen
Verlangen nach neuen
Ausdrucksformen alles Alte
als wertlos verwarfen, son-
dem mit kluger Bedacht-
m. perlschale samkeit an das wertvolle
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