Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 40. Band.1919
Seite: 214
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ARCH. OSWIN HEMPEL-DRESDEN SALONWAGEN DER SÄCHSISCHEN STAATSEISENEAHN

Ausführung: Sächsische Waggonfabrik Werdau A.-G. in Werdau

EISENBAHNWAGEN VON OSWIN HEMPEL

Es ist den Pionieren des guten Geschmacks,
die seit nunmehr zwei Jahrzehnten an der
Verfeinerung und Verdeutschung der Gebrauchsformen
unserer Umwelt arbeiten, nicht
leicht geworden, im Reiche des Verkehrs festen
Fuß zu fassen. Der Staat als Auftraggeber
war ein schwer beweglicher Körper, der gleichmütig
in alten Bahnen rollte, seines Monopols
als Vermittler der Verkehrsnotwendigkeiten
mit Gelassenheit sicher. Wenn man von der
Architektur der Bahnhöfe absieht, findet man
in der ersten Hälfte des genannten Zeitraumes
wenig Spuren von der Einwirkung jener Macht,
die als eine Herrschaft der Vernunft, der Reinlichkeit
im Denken und Gestalten, der Organi-^
sation und Sachlichkeit das Heim des Einzelnen
wie die Stätten der Gemeinschaftsunternehmungen
unter ihr grünendes Zepter bannte.
In der jungen Welt der Kraftfahrzeuge regte

sich zuerst die schwer zu beschreibende, aus
Weitläufigkeit und kühlem Zweckbewußtsein
geborene Note eines neuen Stiles. Die Karosserien
, einst Bastardenkel der ehrwürdigen
Kutschwagen, bequemten sich dem Gesetz der
äußersten Geschwindigkeit an, das die Struktur
des Motors und des Unterbaus regelte. Den
Luftwiderstand spielend zu überwinden, den
Charakter der Beweglichkeit, des Gleitenden,
Schnellenden in glattem, profillosem Aufbau,
unter sorgsamer Ausnützung der Ästhetik der
Kurven zu versichtbaren, konnte erst gelingen,
wenn alle Hemmungen der Tradition völlig
überwunden waren.

Mit geringeren Widerständen hatte die neue
Kunst auf dem Wasser zu kämpfen. Was hier
am stärksten der Entwicklung entgegentrat,
war der Internationalismus der großen Schifffahrtslinien
. Wenn auch hier und da, so auf

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