http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_40_1919/0263
STAAKEN: GIEBELSEITE EINES ZWEIFAMILIENHAUSES
mangel eine chronische Krankheitserscheinung
geworden und von einer bedenklichen Wohnungsnot
nicht mehr zu unterscheiden ist.
An der einsichtigen Beurteilung dieses Zu-
standes fehlt es auch bei den Behörden nicht.
Wie aber wollen sie ihm abhelfen, nachdem
sogar der Wiederaufbau Ostpreußens, der mit
den bedeutendsten öffentlichen Mitteln ins
Werk gesetzt wurde, nur sehr beschränkt fortschreiten
konnte, weil es am nötigsten Baumaterial
und gelernten Arbeitern fehlte? Die Anlage
von Kleinwohnungen ist dadurch noch
nicht gesichert, daß das Reich einen Wohnungskommissar
einsetzt und 500 Millionen
hergibt. Es sind das löbliche Vorbereitungen,
Wechsel auf die Zukunft, aber mehr nicht.
In einer Schrift „Vom sparsamen Bauen",
die Heinrich Dernburg warm bevorwortet, hat
Peter Behrens im Verein mit H. de Fries seinen
Beitrag zur Siedlungsfrage gegeben (Verlag
der „Bauwelt", Berlin), der mit großer Entschlossenheit
neue praktische Möglichkeiten
zur Herstellung von Kleinwohnungsanlagen
zur Erörterung stellt. Trotz all der zahlreichen
Vorschläge zur Verbilligung des Bauens
scheint mir der vorliegende neu und beachtenswert
. Behrens verwirft mit Recht für den vorliegenden
Zweck das teure Einzel- und Dop-
235
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_40_1919/0263