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ESZZIMMER. ENTWURF: FRITZ SPANNAGEL, MÜNCHEN.-AUSFÜHRUNG: KUNSTWART-HAUSRAT G.M.B.H.,
DRESDEN-HELLERAU
EINFACHER HAUSRAT
Die gewaltige Preissteigerung, die der Krieg
und seine Folgen auf allen Gebieten des
wirtschaftlichen Lebens gebracht hat, hat sich
in besonderem Maße in der Möbelherstellung
gezeigt. Material und Arbeitslöhne sind hier
so gestiegen, daß die Beschaffung von Wohnungseinrichtungen
nicht allein für die Minderbemittelten
, sondern in gleicher Weise auch für
die Angehörigen des Mittelstandes geradezu zur
Unmöglichkeit wird. Wenn die Kosten für
einen Küchenschrank heute etwa 240 Mark betragen
, während die ganze Kücheneinrichtung
vor dem Kriege vielleicht 80 Mark gekostet hat,
so sind das Preise, die jede mit Neuanschaffung
von Möbeln verbundene Haushaltsgründung
ausschließen. Und doch wird bei zahlreichen
unserer aus dem Felde zurückgekehrten Kriegsteilnehmer
der jahrelang gehegte und nach Erfüllung
strebende Wunsch nach dem eigenen
Heim und die Beschaffung wenigstens des
dringendsten Hausgeräts ermöglicht werden
müssen. Denn trotz des unglücklichen Ausganges
des Krieges und der furchtbar schweren
Friedensbedingungen oder vielmehr gerade deshalb
wird aus bevölkerungspolitischen wie sozialen
Gründen die Neuerrichtung von Haushaltungen
und die Unterbringung dieser jungen
Familien in guten Wohnstätten zu fördern,
dringendste Aufgabe der unmittelbaren Gegenwart
sein. Dazu dienen alle Bestrebungen, die
jetzige Wohnungsnot zu bekämpfen durch die
Planung neuer Wohnhäuser nicht in enggebauten
Großstadtstraßen mitvielgeschossigen Mietskasernen
, sondern von Kleinhäusern mit Gartenzulage
in weiträumigen Siedlungen; dazu
die Unterstützungen durch Geldmittel und Bauland
seitens der Gemeinden, des Staates und
Reiches, dazu die Versuche, der gegenwärtigen,
durch den Kohlenmangel hervorgerufenen Ziegelnot
durch die Anwendung anderer Bauweisen
und Baustoffe entgegenzutreten. Wie hier der
Wohnungsnot durch weitgehende Maßnahmen
Dekorative Kunst. XXII. u. August 1919
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