Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 41. Band.1920
Seite: 36
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ALFRED COSSMANNS RADIERUNGEN ZU GOTTFRIED KELLERS

„LANDVOGT VON GREIFENSEE-

Uber die Art, wie man einen gedruckten Text
„illustrieren", d.h. durch Bilderbeigaben festlicher
gestalten und seinerNüchternheit entledigen
soll, ist schon viel debattiert und geschrieben worden
. Aber so heftig auch das eine von Fanatikern
bekämpft und das andere von Theoretikern verlangt
worden ist: ein allgemein anerkanntes und
gültiges Schema gibt es bis zum heutigen Tage
nicht; und man beeilt sich, hinzuzufügen: Gott
sei Dank ! Denn wie langweilig müßte es sein,
wenn nun jedes Buch nach den gleichen, sozusagen
kunstbehördlichgenehmigten Gesetzen ordnungsgemäß
mit Bildern und anderem Schmuckwerk
versehen würde! Nein, das lassen sich die

Der ,,Landvogt von Greifensee" von Gottfried Keller. Mit
10 Stichradierungen von Alfred Coßmann. Vorzugsausgabe A
auf Kais. Japan in Lederband M 360. — ; Vorzugsausgabe B
auf Bütten M 180. — ; gewöhnliche Ausgabe, die Radierungen
auf Kupferdruckkarton, M 50.—. München, F. Bruckmann A.-G.

Künstler nicht nehmen, daß sie sich ihre Gesetze
selbst vorschreiben — jeder seine eigenen —
und ihnen dann folgen, soweit es die oft überströmende
Phantasie überhaupt zuläßt. Und
man könnte es jeden Augenblick beweisen, daß
auf diesem Wege die schönsten und reichsten
illustrierten Bücher zustande gekommen sind,
die wir besitzen und die uns vor allem auch
in den letzten Jahren geschenkt worden sind.

Also: kein Schema, sondern freischaltender
Künstlerwille und ungefesselte Phantasie. Was
natürlich nicht ausschließt, daß ein Künstler
auch einmal durch weitgehende Selbstzucht und
freiwilliges Sichbeschränken in räumlicher und
jeder anderen Beziehung etwas ganz besonders
Eigenartiges und Ungewöhnliches schafft. Vor
so einen „Fall" stellt uns der Wiener Stecher
und Radierer Alfred Coßmann mit seinen eben

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