Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 41. Band.1920
Seite: 50
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fesselt in dem „Sitzenden Mädchen" durch die
weiche wohlausgeglichene Farbenharmonie, in
dem Kinderbildnis überdies durch beseelte Natürlichkeit
. Die Sonderausstellung von Gustav
Meyer-Buchwald erregt erneut unser Bedauern,
daß dieser begabte Künstler als ein Opfer des
Krieges dahingegangen ist, ehe seine Gaben
völlig entwickelt waren. Eine ganze Reihe trefflicher
Bildnisse zeigen in ihrer Gesamtheit das
erfolgreiche Streben des Künstlers, mit der Farbe
zu klarer Durchbildung zu kommen. Seine Entwicklung
zu starkfarbiger Schönheit künden
besonders die reizvollen Blumenstilleben.

artur hennig

Der Hervorhebung wert sind weiter: Erich
Buchwald-Zinnwalds in kräftiger Eigenart vereinfachte
erzgebirgische Landschaften, Ema-
nuel Hegenbarths Waldbach, Herbsttag und Rehgruppe
— alle drei gültige Zeugnisse einer treffsicheren
geschmackvollen impressionistischen
Malerei, und Hans Nadlers Bilder aus dem
Grödener Lande, besonders die Mädchen in der
Ernte, in denen er alte und neue malerische
Mittel nicht ohne Erfolg zu vereinigen sucht.
Artur Hennig (Meißen) gibt in seinen graugetönten
Bildern „Die Vertriebenen" und „Die
Katastrophe" wohlgeschlossene Gruppen von Gestalten
, die dem Unheil anheimgegeben
sind. Fritz
Winklers Tierbilder, Pferde
und Esel und Heinrich-
Sahres Bildnis eines Hundes
zeigen Franz Marcs Nachklang
nicht ohne eigene Begabung
, wenigstens nach der
Farbe hin. Zwei Bildnisse
von Oskar Kokoschka sind
innerlich stark belebte Charakterbilder
voll wühlender
Leidenschaftlichkeit, aber
ohne starken Farbenreiz; Anton
Cilio-Jensen geht ebenso
in seinem Bildnis wie in seinen
beiden Stilleben mehr
auf geschmackvolle glänzende
Farbenfreudigkeit aus.
Nennen wir noch von Dresdener
Werken: Alexander
Gerbigs an Hodler gereifte
Säerin, gute Bildnisse von
Fritz Stotz und Ernst Richard
Dietze, Eugen Brachts
auf große Wirkung gemalten
Abendregenbogen und
Herbert Lehmanns stilisiertes
Bild „Aufstand", so bleiben
schließlich noch die beiden
Berliner Säle zu mustern
, deren einen allein Emil
Nolde mit 35 Gemälden einnimmt
. Der Künstler, der,
wie wir mit Überraschung
lesen, bereits 52 Jahre alt ist,
steht als Farbenkünstler einzig
da. Alle seine Vorwürfe :
Strolche, Reisegefährten, Der
Herrscher, Leute im Dorfkrug
, Christus am Kreuz
mit zwei Getreuen, Drei
Russen, Tanz vorm König
usw., alle müssen sich ge-
die Katastrophe fallen lassen, als Träger von

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