Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 41. Band.1920
Seite: 61
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MAX MAYRSHOFER

SOMMERTAG

ZU DEN LITHOGRAPHIEN MAX MAYRSHOFERS

Vor Jahren hat Max Mayrshofer in verschiedenen
Münchner Ausstellungen mit seinen
Bleistiftzeichnungen, die von der leckersten
Technik getragen, eine Fülle von Eindrücken
des bunten Lebens der Gegenwart vor den Betrachtern
ausgeschüttet; ein gewisser Hang zur
Groteske war dabei verspürbar, besonders in
den Krüppelszenen und Bacchanalen, und betonte
das Außerordentliche im Wesen dieses
künstlerisch isolierten, durch und durch originellen
Graphikers. Nun tritt er mit Lithographien
an die Öffentlichkeit, die in ihrer Delikatesse
der Technik und in ihrem stofflichen Reiz
so fesselnd sind, daß sie kein Kunstfreund
übersehen kann. Es sind Mayrshofers lithographische
Erstlinge und wie sind sie ihm geglückt
! Es ist für den, der sich in Mayrshofers

Die neun hier wiedergegebenen Blätter bilden eine Auswahl
aus den soeben bei F. Bruckmann A.-G. in München erschienenen
20 Lithographien Max Mayrshofers, den ersten, mit
denen der ausgezeichnete Künstler an die Öifentlichkeit tritt.

Eigenart versenkte, fast selbstverständlich, daß
dessen künstlerisches Wesen mehr zum Stein
als zur Kupferplatte hindrängt, wenn er über
das zeichnerische Originalblatt hinaus in einer
graphischen Technik von seinen künstlerischen
Absichten Zeugnis ablegt. Das Flachdruckverfahren
hat den Vorzug der Reagenz auf den leisesten
Kreidestrich, der Weichheit, der eminenten
Saftigkeit, des fast malerischen Ineinandergleitens
der Flächen. An Tiefenwirkung und an Nuancierung
in der Betonung der Zwischenwerte der ungeheuren
Skala von Weiß zu Schwarz steht die
Lithographie der Radierung und ihren komplizierten
Methoden nicht nach. Sie wird immer von
den ganz malerisch empfindenden, den Kontur
und jede absolut zeichnerische Bekundung ablehnenden
oder wenigstens scheuenden Künstlern,
wie deren einer Max Mayrshofer ist, der Radierung
gegenüber bevorzugt werden. Die Lithographie
war das beliebteste Ausdrucksmittel des Impres-

Die Kunst fUr Alle XXXV.

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