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FRITZ BEHN
LEOPARD
päischen Jagd, hat er erlebt, die stählende Wonne
des Alleinseins geschmeckt. Welche Seligkeit,
fern von allen Menschen und von aller gesellschaftlichen
Gebundenheit, unter einer Schirmakazie
vor einem grünen Zelt zu sitzen und
sich seiner Freiheit zu freuen. „Unvergeßliches
Alleinsein in afrikanischer Urwelt! Wenn ich
an diese Monate, diese Tage und Nächte zurückdenke
, möchte ich es wirklich glauben, daß
der Mensch dort besser werden muß, daß die
Einsamkeit der Anfang alles Guten sei."
Das Erlebnis Afrikas war für den Menschen
und für den Künstler Behn gleich stark. Es
war das Erlebnis einer Ganzheit, eines so starken,
so sehr in sich geschlossenen Eindruckes, daß
sich keine Einzelheiten davon ablösen. In dem
alten Europa zerflattert alles in Details, da
rundet sich nicht leicht etwas zum Bilde, da
gibt es keine beherrschende Stimmung. Dort
in der Fremde, die dem Künstler so vertraut
wurde, schickt sich eins zum anderen. Die primitiven
Menschen, in ihrer Triebhaftigkeit zum
Guten wie zum Schlimmen nicht mit europäischen
Moralmaßstäben zu messen, stehen den Tieren
näher: das ist keine Qualitäts-Einwertung, sondern
die Feststellung eines höchst normalen Zu-
standes. Über Mensch und Tier aber wölbt sich
der gleiche Himmel, beide sind in die gleiche
Vegetation hineingesetzt, um beide spielt die
gleiche Atmosphäre — Tier und Mensch, jedes
für sich ein Stück Afrika.
So hat Behn seine afrikanischen Erlebnisse
künstlerisch ausgeformt: immer dieses Stück
sehnsüchtig begehrtes Afrika darinnen. Er hatte
es als Bildhauer schwerer damit, als es ein Maler
hat. Gauguin standen reichere Mittel zur Verfügung
(er hatte die Farbe und die Möglichkeit der
Komposition verschiedener Erscheinungen zu
einem Ganzen), als er die Stimmungen seiner Südseeinsel
einfing. Die Plastik ist weniger gesprächig
, dafür ist sie, wenn ihr Meister sein Motiv
groß und einfach beherrschend zusammenzupacken
weiß, desto einprägsamer. Ein Eindruck,
den ein plastisches Kunstwerk vermittelt, wirkt
formelhafter, markanter, dauernder als der Eindruck
, der von einem auf die Fläche gestellten
Kunstwerk kommt. Behn hat besonders die Tiere
Afrikas in sein Herz geschlossen. Er hat sie belauscht
, ganz ihr Wesen in sich aufgenommen,
nicht nur ihre Erscheinung. Im Kampf und im
Frieden hat er majestätische und graziöse Tiere
kennengelernt, ihren animalischen Charakter ergründet
. In seinen Tierplastiken ist weder Menagerie
noch zoologischer Garten. Ein afrikanischer
Jäger und Zoologe stellte Behns afrikanischen
Tierplastiken gegenüber fest, daß die Wildheit
, Kraft und Geschmeidigkeit, die Blitzes- und
Gedankenschnelle der Leoparden ebensogut zum
Ausdruck gebracht sei als die Grazie, Schönheit
und Feinheit der Antilopen, daß Inbrunst der
Empfindung und tiefe Kenntnis aus jeder von
Behns Tiergestalten spreche. Dramatische Belebung
liegt Behn nicht weniger als statuarische
Monumentalität. Die technische Beherrschung
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