Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 41. Band.1920
Seite: 96
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PH. O. RUNGE

DER TRIUMPH AMORS

wucht des Elternbildes werden die W.K.F. (Weimarer
Kunstfreunde) kaum vorausgesehen haben.
Wen die Goethejüngerschaft des „Romantikers"
Runge gar zu sehr befremdet, der möge sich
erinnern, daß Runge ja auch der Verfasser der
„Farbenkugel" ist, und so wiederum mit Goethe
in engster Gedankenverbindung steht. „Licht",
„Farbe" und das „bewegte Leben", das jene
beiden gemeinsam
erzeugen — auch
was Runge an Farbengedanken
hegte,
wurde sicherlich
vom Strahl von
Weimar mitbelebt.
Nichts spricht mehr
für die Größe seiner
Persönlichkeit —
auch im Künstlerischen
— als diese
Werkberührung mit
dem Größten seiner
Tage. Und Goethe
schätzte ihn hoch
und liebte ihn sehr!

Einige haben seinen jungen Tod als einen
Frühsommerfrost beklagt. Andere meinten,
Runge sei, da er starb, bereits zu der ganzen
Süßigkeit gereift gewesen, die seiner Art
überhaupt beschieden; seine Zeit und seine
Kunst hätten sich in ihm erfüllt und erschöpft.
Ja: wer da meint, auch mehr als 33 Lebensjahre
hätten den Künstler Runge das Problematische
nicht
überwinden lassen,
der mag wohl recht
haben. Aber seine
Begrenzung lag
nicht in seiner Begabung
, sondern
außen um ihn
herum; seine Lebensgeschichte
lehrt
sie grausam genug
kennen : Widerstände
, an denen
auch dieser Genius
sich hätte müde
ringen müssen.
Walter H. Dammann

PH. O. RUNGE

DIE BRAUT DES KÜNSTLERS

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