Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 41. Band.1920
Seite: 142
(PDF, 126 MB)
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J. B. C. COROT

MÜHLE BEI MANTES

seiner Bedeutung nach erkannt werden. Es darf
aber nichts versäumt werden, diese Kollektion
zu erweitern: man hätte allerdings vor fünf Jahren
noch bessere Auswahl und wesentlich niedrigere
Preise gehabt. So liebenswürdige Verwandte
Spitzwegs wie Enhuber und den älteren Faustner,
dessen „Mädchen an offener Tür" schon gelegentlich
der Münchner retrospektiven Ausstellung
von 1906 auffiel, heißt man gern willkommen
. Der Abfall Schwinds, an Spitzweg
gemessen, kommt einem wieder einmal drastisch
zum Bewußtsein. Allerdings ist Schwind in der
Pinakothek auch noch nie glücklich vertreten
gewesen. Hätte man hier ähnliches wie die Reisebilder
der Galerie Schack (die ihre Bedeutung
als wichtige Ergänzung und gelegentliches Korrektiv
der Pinakothek beibehält), so würde der
Eindruck besser und sympathischer sein. Von
Defregger, Lenbach, Grützner wurde malerisch
Reizvolles aus ihrer Frühzeit hereingenommen,
neben Busch und Harburger kommt nun auch
Oberländer mit einem sehr delikaten, im Format
kleinen, aber in der Auffassung großen Bild
in der Holländer-Art, das ihn besser vertritt wie
der im Format vergriffene Einsiedler, zur Geltung
. Wilhelm v. Diez und die besten seiner
Schule, auch F. A. Kaulbach, mit zwei frühen
Studienköpfen (und manchem anderen) sind,
wie man erwarten durfte, gut vertreten. Was für
Spitzweg gilt, muß allerdings auch für Wilhelm
v. Diez gesagt werden: im Sammeln aller irgendwie
erreichbaren qualitätvollen Werke dieses
Meisters darf nicht Einhalt geschehen. Um so
weniger, als ein anderer bedeutender Münchner
Maler von schulbildender Kraft, Wilhelm Lin-
denschmit, durch eine Verkettung günstiger
Zufälle nun in trefflichster Weise in der Pinakothek
vertreten ist; quantitativ so stark, daß
W. v. Diez fast hinter ihn zurücktreten muß.
Das ist nicht gut, so begrüßenswert an sich
der (wenn teilweise auch nur als Leihgabe
hereingebrachte) Zuwachs an Werken Linden-
schmits ist. Dieser Meister stellt sich in erstaunlicher
Vielseitigkeit dar, dabei kommt er als
Historienmaler, als den ihn seine Zeitgenossen
besonders hoch schätzten, nicht einmal zum Zug.
Besonders merkwürdig ist eine „Kleopatra" ; den
Unbefangenen wird sie in der Frische ihrer
Malerei und in ihrem impressionistischen Zupacken
wie eine Jugendarbeit Slevogts anmuten.

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