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FRIEDRICH LISSMANN SUMPFLANDSCHAFT MIT WASSERWILD
Aus ,,Friedrich Lißmann, Eine Sammlung seiner Werke". Hamburg, Hanseatischer Kunstverlag
moderner Technik (mit diesen Mitteln ist nicht
die Kamera gemeint, auf deren Hilfe der Künstler
verzichtete). Lißmanns schöne Bilder und
Zeichnungen sind schwer erarbeitet nicht nur im
Kampfe mit der unwirtlichen nordischen Natur;
wer die Bewegungen des Tieres mit so sicheren
Strichen wiedergibt, wer so genau und keck
beobachtete Momente zu Papier bringt, dem ist
nicht nur ein scharfes Auge notwendig, sondern
auch ein eingehendes und peinliches Studium des
Baues des Tierkörpers, in Lebensweise und -be-
dingungen, um den Sinn jener flüchtigsten Bewegungen
zu verstehen. So hat Lißmann wohl
das meiste sich selbst verdankt; denn von seinen
Lehrern an der Karlsruher Akademie, von
Schurth, Weishaupt und Trübner, führt keine
Brücke zu seinem Schaffen. Die wohlgelungenen
Reproduktionen, denen leider in ihrem Schwarzweiß
der Zauber Lißmannscher Farbe fehlt,
mögen das Andenken an den stillen, vornehmen
Menschen, an den fertigen, bedeutenden Künstler
, den noch nicht ganz fünfunddreißigjährig
im Jahre 1915 der Weltkrieg als Opfer forderte,
mit bestem Erfolge wachhalten und das Interesse
an seinen Schöpfungen mehren. W. Burger
GEDANKEN ÜBER KUNST
Rembrandt hat nie die Natur sklavisch nachgeahmt.
Selbst die wundervolle Weide, einer der Lieblingsbäume
des Künstlers, unter der der heilige Hieronymus
sein Schreibgerüste aufgeschlagen hat, ist nicht
genau so. Aber diese Freiheit im einzelnen, die doch
im ganzen so wahr ist, erfüllt uns eben mit einer Art
Stolz auf das, was Menschen machen können, wenn
sie in die eine Schale ein so großes Schauen der Wahrheit
zu werfen haben, daß die Schale des simplen
Sehens hoch auffliegt. Friedrich Ratzel
Vereinfacht die Technik sich nicht bei jedem Fortschritt
eines wahrhaft großen Meisters? Wird er auf
der Sonnenhöhe seiner Übung nicht den kürzesten und
einfachsten Ausdruck seines Denkens suchen?
Feuerbach
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