Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 41. Band.1920
Seite: 169
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AUGUST RENOIR

Plwt. Duraiid-Riiel, Paris

AUF DER TERRASSE

gruppen des Meisters ist diese die natürlichste,
mit einem Reichtum der Farbe, einer Mannigfaltigkeit
der Palette, die einen Höhepunkt in
der Kunst Renoirs bedeutet, einen Höhepunkt,
den er so nicht wieder erreicht hat. Denn
wenn auch noch manches köstliche Werk kam,
so trat doch jetzt ein gewisser Stillstand in der
Entwicklung des Künstlers ein. Teils wurden
frühere Motive wiederholt und neu abgewandelt
, aber auch, was bedenklicher war, die Farbgebung
verfiel einer peinlichen Süßigkeit, die
an den ersten Beruf des Malers, die Porzellanmalerei
, erinnerte.

Unter den französischen großen Malern des

Impressionismus — wenn schon einmal die alte
Etikette beibehalten werden soll — hat Renoir in
seinem Schaffen die größte Mannigfaltigkeit der
Motive. Denn nicht nur war er der Figurenmaler
der neuen Richtung, in seinem Oeuvre
finden sich auch die Landschaft und das Stillleben
mit wertvollen Beiträgen. Der „Blühende
Kastanienbaum" der Berliner Nationalgalerie
bietet für die feinschmeckerische Behandlung
der Landschaft durch Renoir ein charakteristisches
Beispiel. Ferner aber gab der Meister dem
Motivlichen einen viel stärkeren Raum als seine
anderen Mitstrebenden', ja man könnte an manchen
seiner Bilder nachweisen, daß bei ihm das

Die Kunst für Alle XXXV

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