Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 41. Band.1920
Seite: 191
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ALFRED MARXER

ÜBER DEM SEE

in gewaltsamem Abreißen und Loslösen von
der Vergangenheit zu suchen, sondern in glaubwürdiger
Folgerichtigkeit von der Oberfläche
allmählich in die Tiefe vorzudringen, vom Vielgestaltigen
, Farbigreichen zu formaler und malerischer
Einfachheit und damit zu größerem,
stärkerem Ausdruck zu gelangen. Marxer ging
den überzeugenden Weg vom Handwerklich-
Ausführlichen zum Meisterlich-Einfachen, das
verstandesmäßige, manuelle Können ist bei
seinen Bildern nicht mehr der stärkste Eindruck
, sondern die Empfindungswerte, die immer
deutlicher durchschlagen. Die farbige Haltung
beschränkt sich auf wenige, klangvolle Akkorde
und unterdrückt den reichen Zierat von früher,
die Komposition liebt einfache Linien und Kurven
. War ehedem seine Technik von einer gewissen
hochentwickelten Gleichmäßigkeit, die
seine Handschrift von weitem erkennen ließ,
so wird sie jetzt mehr und mehr den zu formulierenden
Gefühlen angepaßt, die Hand ist dem

psychischen Ausdruckswillen unterworfen —
was Marxer als Maler kann ist nicht mehr die
Hauptsache, sondern was er als malender Mensch
will. Im Stilleben bleibt er — die allgemeinen,
einer Vereinfachung zustrebenden Veränderungen
seiner Kunst abgerechnet — bei seinem
subtilen, alle Feinheiten der Oberfläche erschöpfenden
Vortrag, in den Landschaftsschilderungen
dagegen wechselt er entsprechend der
Stimmung die Art der Pinselführung: bald sind
sie flächig, von zartfühligem Glanz, dann wieder
pastos, von kraftvoller Heftigkeit.

Marxer, der gemäß seiner stark konsolidierten
Natur Schritt für Schritt seine Technik verbessert
, verfeinert hat, der vor j edem neuen Schritt
die Sicherheit seines künstlerischen Fundamentes
prüfte, erweiterte auch nur allmählich seine
Bildstoffe. So lang er malen und nur malen
wollte, hielt er sich im allgemeinen an das Stilleben
und das Gegenständliche in der Landschaft.
Außer einigen farbig vollbefriedigenden Bild-


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