Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 41. Band.1920
Seite: 194
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ALFRED MARXER

BLICK AUS MEINEM ATELIER

lieh gezeichneten und aquarellierten Karikaturen,
die gelegenthch auf Ausstellungen bekannt wurden
, wie seine vortrefflichen Bildniszeichnungen
nach ihm lieben oder interessanten Köpfen. Als
Schüler des in einziger Weise monumental schauenden
Karlsruher Aktlehrers J. Schmid-Reutte und
des für die deutsche Kunst epochalen Hans Thoma
steht Münch weder nur in der künstlerischen Vergangenheit
, noch ist er nur auf die Richtung in die
Zukunft eingestellt. Er steht, wie in seiner kunstgewerblichen
Dekorationsweise, so auch in seiner
Graphik, auf sich, ohne daß er die Vergangenheit
verleugnen oder die Zukunft ablehnen wollte. Ein
hervorragend starkes Stilgefühl ist ihm angeboren.
Von je hat er damit seine graphischen Schöpfungen
geadelt. Die heutige Künstlerschaft der „Moderne
" begnügt sich gern mit der Form „Ungefähr
", und daß sie als Wirkung künstlerisch richtig
„scheint". Darin ist nun Münch gar nicht modern
. Er ist ein Feind aller Unbestimmtheit. Die
Form muß bei ihm klar und fest heraus. Aber
daß er dann sein Landschaftsgefühl mit der vollsten
und reinsten Stimmung sättigt, seine phantastischen
Schöpfungen und seine Grotesken mit
allen lustigen und boshaften Teufeleien ausstattet
und in seinen Porträtköpfen mit fast nervöser
Reizsamkeit der leisesten Linie und Formschwingung
nachgeht und sie herausholt, ohne in feministische
Formzerspaltung zu geraten, das ist wieder
durchaus modern.

Münch legt den entscheidenden Wert auf gehaltene
Stimmung, dann auf beseelte Form, um
als Zwischenklänge alle die naturalistischen, stilistischen
vergeistigt-gedanklichen und spirituellen
Noten zu spielen, die auf seinen Saiten klingen.
Wenigstens läßt die wohldurchdachte Anordnung

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