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J. W. SCHIRMER
Aus dem „Emilien-Album"
PARADIES
rheinab und in die Eifel. Wo er eine Burg
erschaute, da wurde nach Art der Eichendorff-
schen Wandersmänner der Hut geschwenkt,
das Skizzenbuch hervorgezogen oder die kleine
Feldstaffelei aufgestellt. Natürlich malte Schirmer
in seinem überschwenglichen Jungmänner-
tum und von den Ausklängen der Romantik
umwittert, ein wenig sentimental. Aber er scheint
sich dessen allmählich bewußt geworden zu sein,
seitdem strebte er herzhaft los. Es fehlt auch
in diesen sehr zahlreichen Frühwerken nicht an
kräftigen Ansätzen zur Realistik, nicht an Betonung
des Technischen, nicht an der Erkenntnis
, daß ein junger Kunstbeflissener mehr auf
Sachlichkeit als auf Stimmung zu halten habe.
Er drängte fortan ausschließlich zur Natur
hin und gab dem in fleißigen Studien Ausdruck.
Allmählich erfuhren die Reisen weitere Ausdehnung
. 1830 ist Schirmer in Belgien, 1835 im
Schwarzwald und in der Schweiz, 1837 bereist
er Holland und Frankreich, ist in Paris und
in der Normandie und gewinnt aus der atmosphärisch
merkwürdigen silbrigen Landschaft
aufreizende Anregungen. Im Jahr 1838 malt er
an der Bergstraße. Endlich am 22. Juli 183g
hebt seine langersehnte Italienreise an. Mitte
August trifft er in Rom ein und ist überglücklich
. Er stürzt sich sofort in die Arbeit. Das
Die Kunst für Alle XXXV.
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