http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_41_1920/0268
Die Ausstellung des Kunstvereins bringt endlich
noch einen homo novus, über dessen Zugehörigkeit
zur Düsseldorfer Schule man allerdings
verschiedener Meinung sein kann: Julius
Rollmann. „Rollmanns Farbenskala übertrifft
an Mannigfaltigkeit selbst die von O. Achenbach
und ist ihr auch in zartester Abtönung
überlegen. Aber darin ist er, ungleich Achenbach
, ein Kind seiner Zeit, daß er in Studien
sich vorausgabt und in durchgeführten Ölgemälden
die Unbefangenheit des Sehens zugunsten
des überkomponierten „Galeriebildes" zurückgesetzt
zu haben scheint," Jedoch ist über
diesen Künstler, von dem 1917 „Kunst und
Künstler" zwei Skizzen mit begleitendem Text
von Karl Scheffler brachten - - das Einzige, was
bisher veröffentlicht wurde —, erst das Resultat
einer näheren Einzelforschung abzuwarten, bevor
man über seine Zugehörigkeit zur Düsseldorfer
Landschaft Endgültiges aussagen kann.
Der Begriff „Düsseldorfer Landschaft" ist eben
ein recht vieldeutiger und nicht mit einem Schlage
auf einen Hauptnenner zu bringen. Man vergesse
nicht, daß Düsseldorf an der alten Welthandelsstraße
des Rheintales liegt und Einflüssen von allen
Seiten offen stand. Und so hat auch die Landschaftsmalerei
dieser Stadt stets aus den verschiedensten
Quellen ihre Kräfte gezogen. H.W.H.
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