http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_41_1920/0287
EDWIN SCHARFF
BÜSTE
später in München gemalt wurde, macht ein
späterer Saal anschaulich — der Eindruck eines
bemerkenswerten Schrittes nach rückwärts ist
unaustilgbar. Gewiß, unter diesen Bildern der
„Scholle"-Leute und ihrer Wahlverwandten, des
Kreises aus der Höcker-Schule, und um Hirths
»Jugend", ist Phantasie, Gestaltungsvermögen
und differenzierter Farbensinn, aber es scheint
ihnen das Zusammenrücken um eine große künstlerische
Idee, das Wachsen und Reifen an ihr
zu fehlen, ein leiser Zug des Epigonentum geht
durch diese Kunst.
Man verspürt das um so mehr, wenn man —
durch Segantinis „Pflüger", den man schwerverständlicherweise
unter die Münchner Bilder aus
dieser Spätzeit hing, übergeleitet -— in den aus
dem Besitzstand der Tschudi-Spende zusammengetragenen
Impressionisten-Saal eintritt. Im Mittelpunkt
prangt Manets frühes Bild „Dejeuner
im Atelier" mit den bezaubernden chardin-grauen
Die Kunst für Alle XXXV.
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