http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_41_1920/0288
PAUL CEZANNE
BILDNIS
Tönen. Monets „Brücke von Argenteuil" entzückt
als ein ganz herrliches Stück atmosphärischer
Malerei desto mehr, je öfter man es sieht.
Weniger gut ist Renoir vertreten. Bei Cezanne
hält man sich zweckmäßig an das Bildnis des
Knaben mit der roten Weste, der „Bahneinschnitt
" des gleichen Künstlers rückt immer
mehr von der Vorstellung ab, die man sich von
dem einsamen Meister macht, und die Vermutung
, die gelegentlich geäußert wurde, ob aus
dem Bilde nicht etwa Guillemins Hand verspürt
werden könnte, ist nicht ganz abzuweisen.
In schöner Geschlossenheit, charakteristisch vertreten
, erscheint Vincent van Gogh, er bildet die
Überleitung zum Schlußsaal, der von Hodler und
Gauguin beherrscht wird und, im Nebeneinander
französischer und deutscher Gemälde jüngster
Vergangenheit, zu einer Art von expressionistischem
Kabinett ausgestaltet wurde. Es ist die
problematischeste Abteilung der neuen Galerie.
Wie ein Stammeln empfindet man die Aneinanderreihung
. Beziehungslos steht Becker-Gun-
dahls „Zimmermann", wohl nur als formaldekoratives
„Pendant" zu Hodlers Jenenser Frei-
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