Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 41. Band.1920
Seite: 266
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KARL ROTTMANN

HEIDELBERG UND DIE RHEINEBENE, VOM
OBEREN WOLFSBRUNNEN GESEHEN (1815) El

setzte. Die klarsten und stärksten Bekenntnisse
aber gibt er in seinen Landschaften. Aus
ihnen leuchtet uns seine Weltanschauung entgegen
, die durchaus dem entspricht, was Carus
programmatisch verkündet hatte, doch eine
ganz persönliche Note durch die, so viel ich
sehe, nur ihm eigentümliche Farbengebung mit
ihrem emailartigen Glanz und ihrer fast symbolhaften
Zusammenstellung sanfter, reiner Töne
erhält. Das Studium der Boissereeschen Bilder,
deren Pflege ja seinem Lehrer Xeller mit anvertraut
war, hat hierbei zweifellos entscheidend
eingewirkt.

Nehmen die beiden Gegenpole, Issel und
Schmitt, unsere Aufmerksamkeit zunächst und
am nachhaltigsten in Anspruch, und sind sie
von der Ausstellungsleitung ersichtlich mit der
stärksten persönlichen Teilnahme herausgearbeitet
worden, so wird uns daneben doch noch
mancherlei geboten, woraus sich neue Belehrung
schöpfen läßt. Ich denke dabei nicht so sehr an
die nazarenischen Bilder, die gewissermaßen nur
zur Vervollständigung des Stimmungsgehaltes
und wegen ihrer inneren Beziehung zum Stifte
Neuburg ausgestellt wurden, und von denen Stein-
les Flucht nach Ägypten ais bedeutendste Leistung

des Kreises stark betont zu werden verdient.
Vielmehr scheint mir die klare Herausarbeitung
der Zusammenhänge der Heidelberger romantischen
Malerei einmal mit den Schweizer Landschaftern
, dann mit den englischen unsere Erkenntnis
neu und glücklich zu bereichern. Unter
den Schweizern dürfte Johann Jakob Strüdt als
die stärkste Persönlichkeit den größten Einfluß
gehabt haben, da, wie der Katalog richtig betont,
er „als erster die Weite der Heidelberger Landschaft
künstlerisch gesehen und gemalt hat".
Leger, der Graf Graimberg, Karl Philipp Fohr,
Karl Rottmann sind zwar nicht im üblichen Sinne
als seine Schüler zu bezeichnen, bauen aber doch
ersichtlich auf dem von ihm erschlossenen Boden
weiter; die beiden zuletzt genannten beharren
dabei so fest in ihrer ursprünglichen Beanlagung,
daß das Übernommene mit dieser zu völliger
Einheit sich verschmelzen kann. Nur mittelbar
klingen die Schweizer Lehren in den Schöpfungen
der drei Brüder Fries nach, von denen Ernst
am engsten und eigenwilligsten der Heidelberger
Tradition sich anschließt, während der beweglichere
Bernhard auch andere Einflüsse, nicht
zuletzt und gerade nicht zu seinem Vorteil den
Calames, in sich zu verarbeiten sucht.

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