http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_41_1920/0354
KASPAR DAVID FRIEDRICH
Mit Genehmigung des Verlages Julius Bard, Berlin
SELBSTBILDNIS
stahlartigen Spannungen über. Bei der großen i
Landschaft von Johann Christian Reinhart
(Abb. S. 307) ist Feder und Pinsel, Sepia und
Tusche nicht sinnlich als Träger einer malerischen
Form gefühlt worden. Sie unterstehen ganz
der kompositionellen Klärung der Massen, die
den Wert des Blattes ausmachen, und die Zeichnung
wird ein kleines Gemälde. Das Technische
drängt sich leise vor. So vermag auch die kostbare
Zeichnung von Schnorr von Carolsfeld, die
308
das schöne Idyll des Besuches der Eltern des
Johannes bei den Eltern Jesu ganz mit dem
Empfindungsleben von Dürers Marienleben erfüllt
, nicht wie Cornelius Umrißgestaltung psychologischer
Antrieb zu werden, das Schaffen
nachzuerleben. Die Zeichnung ist selbst Bild
und trägt Oberflächenreize, die seine Malerei nie
aufzuweisen hat. Es gibt hier lichte blonde Tonwerte
in der Sepia, die in der beweglicheren
Materie der Ölfarbe in bezug auf Nuancen nicht
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